Vier Schritte: So sollen mehr Hamburger auf Bus und Bahn umsteigen

Hamburg - Der Hamburger Nahverkehr wird zum Fahrplanwechsel im Dezember deutlich erweitert. Es sollen größere Busse und Bahnen eingesetzt werden.

Das Angebot im Nahverkehr soll um bis zu 30 Prozent erhöht werden (Archivbild).
Das Angebot im Nahverkehr soll um bis zu 30 Prozent erhöht werden (Archivbild).  © dpa/Axel Heimken

Außerdem sollen sie häufiger verkehren. Kurzzüge soll es zu den Hauptverkehrszeiten nicht mehr geben.

Die Kapazität des öffentlichen Nahverkehrs werde sich kurzfristig um 20 bis 30 Prozent erhöhen, gab Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag bekannt.

Die Stadt werde die Maßnahmen der Verkehrsunternehmen mit 19 Millionen Euro jährlich unterstützen."

Der ÖPNV ist das Rückgrat unserer Mobilität", sagte der Bürgermeister mit Blick auf die jüngsten Fahrgastzahlen im öffentlichen Personennahverkehr (TAG24 berichtete).

1. Mehr Großraumbusse

Die Hamburger Hochbahn will mehr Großraumbusse mit Platz für 125 Fahrgäste anschaffen. Die letzte Bestellung von Dieselfahrzeugen im nächsten Jahr solle nun nicht aus normalen Gelenkbussen bestehen, sondern aus den 21 Meter langen "Capacitys", sagte Hochbahn-Vorstandschef Henrik Falk.

Bislang fahren schon 38 Fahrzeuge dieser Art in Hamburg, künftig sollen es 90 sein. Ab 2020 will die Hochbahn nur noch Elektrobusse kaufen (TAG24 berichtete).

2. Busse per App bestellen

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) wollen schon ab 18. Juli ein Busbestellsystem per Handy-App in den Stadtteilen Lurup und Osdorf erproben. Wer zu einer Haltestelle oder einem anderen Ziel im Stadtteil gebracht werden will, meldet sich über das Online-Programm. Zum HVV-Tarif, also ohne Zuschlag, wird der Fahrgast von einem sechs- bis achtsitzigen Auto abgeholt.

Die Straßenführung in den Stadtteilen ist für Busse so ungünstig, dass die Haltestellen zum Teil bis zu 600 Meter von den Haltestellen entfernt liegen, erläuterte VHH-Geschäftsführer Jan Görnemann. Der VHH plant ferner eine Bus-Querverbindung zwischen Bergedorf und Harburg.

3. Mehr und längere Züge auf Linien U1 und U3

Die Züge der U1 und U3 sollen häufiger fahren (Archivbild).
Die Züge der U1 und U3 sollen häufiger fahren (Archivbild).  © dpa/Daniel Bockwoldt

Auf der U-Bahnlinie U1 zwischen Farmsen und Ohlsdorf sowie auf der U3 sollen künftig innerhalb von zehn Minuten drei Züge verkehren, in Spitzenzeiten sogar vier.

Dieser Takt soll auch morgens für die U4 gelten. Damit werden die bisherigen Verstärkerzüge als reguläres Angebot in den Fahrplan aufgenommen.

Im vergangenen Jahr zählte die Hochbahn knapp 459 Millionen Fahrgäste; das sind 3,3 Prozent oder 14,7 Millionen Menschen mehr als im Jahr zuvor, hatte die Hochbahn im Juni mitgeteilt.

4. Zusätzliche S-Bahnen

Auch die S-Bahn plant nach Angaben ihres Geschäftsführers Kai Uwe Arnecke den Einsatz zusätzlicher Bahnen auf den Linien S11, S2, S3 und S31. 72 Züge der neuen Baureihe 490 werden schrittweise eingeführt. Für die Züge der Baureihe 474 aus den 90er Jahren ist eine Modernisierung geplant.

Täglich nutzen rund 750.000 Fahrgäste die Hamburger S-Bahn. Das sind etwa 30 Prozent mehr als vor gut zehn Jahren, wie Arnecke sagte. Besser angeschlossen werden vor allem Buxtehude und Stade sowie Bergedorf.


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