Schon wieder! HVV erhöht Preise für Busse und Bahnen

Hamburg - Der Hamburger Verkehrsverbund HVV plant für das nächste Jahr eine Fahrpreiserhöhung von 2,2 Prozent. Laut Geschäftsführer Lutz Aigner werde bereits ein entsprechender Antrag gestellt.

Dicht gedrängt stehen Fahrgäste in Hamburg neben einer einfahrenden S-Bahn.
Dicht gedrängt stehen Fahrgäste in Hamburg neben einer einfahrenden S-Bahn.  © Bodo Marks/dpa

Die Kosten der 28 Verbundunternehmen seien nur zu 74 Prozent gedeckt, erläuterte Aigner. Eigentlich hätte die Berechnung einen Preisanstieg von 3,0 Prozent ergeben, die Preisanhebung falle also geringer aus, als es die Kostenentwicklung eigentlich erfordern würde, erläuterte der HVV-Chef.

Erst Anfang des Jahres hatte es eine Preiserhöhung von rund 2,1 Prozent gegeben (TAG24 berichtete).

Durch die Änderung beim Seniorenticket, das von Dezember an rund um die Uhr - statt zeitlich begrenzt - eingesetzt werden kann, erwartet der HVV-Chef Einnahmeverluste von rund 4 Millionen Euro.

"Über 63-Jährige, die noch berufstätig sind, dürften von ihrem Abo auf das günstigere Senioren-Angebot wechseln", sagte Aigner.

Dadurch werde die geplante Tarifanhebung 2020 für den HVV nur einen Einnahmenzuwachs von 1,7 Prozent bedeuten.

Zwei Frauen kaufen in einer U-Bahnstation am Hauptbahnhof Tickets an einem Fahrkartenautomat.
Zwei Frauen kaufen in einer U-Bahnstation am Hauptbahnhof Tickets an einem Fahrkartenautomat.  © Georg Wendt/dpa

Die Zahl der Fahrgäste im Verbund ist 2018 um 0,5 Prozent auf 784,4 Millionen gestiegen. "Es sind nicht mehr die Zuwachsraten von 2 bis 3 Prozent wie in den Vorjahren", sagte Aigner.

2018 habe der lange Sommer zum Fahrradfahren animiert. Vor allem aber seien Kapazitätsengpässe und Baustellen im Verbundsystem eine Bremse.

"Die Busse und Bahnen sind voll", sagte Aigner. Das sei nicht attraktiv für potenzielle, neue Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs.

Darum begrüßt Aigner die geplanten Angebote auf dem Weg zum "Hamburg Takt".

"Diese zweite Angebotsoffensive bedeutet: Zusätzlich werden dreistellige Millionenbeträge aus Steuermitteln investiert. Damit wird der Nahverkehr im HVV auf ein neues Niveau gebracht", sagte Aigner.

Der HVV will außerdem zusätzliche Experten für die Koordination und Kommunikation von Baumaßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einstellen.

Ein vergünstigtes Jahresticket für Schüler und Azubis, wie derzeit diskutiert wird, könnte von 2020 an umgesetzt werden, sagte der HVV-Chef. Das Vorhaben müsse noch mit den Landkreisen und den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein abgestimmt werden.

Titelfoto: Bodo Marks/dpa

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