Acht Stunden verhört! Hamburger Theater-Boss in Türkei festgenommen

Hamburg/Köln – Schock am Flughafen! Der Chef des Hamburger Mut!Theaters, Mahmut Canbay, ist bei seiner Einreise in die Türkei festgenommen worden.

Mahmut Canbay führt das Mut!Theater in Eimsbüttel.
Mahmut Canbay führt das Mut!Theater in Eimsbüttel.  © Screenshot/Facebook, MUT! Theater

Er sei acht Stunden lang verhört worden, sagte Canbay der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Man habe ihm am Donnerstagabend ein Einreiseverbot erteilt und ihn in ein Flugzeug nach Köln gesetzt. Zuvor hatte das "Hamburger Abendblatt" mit Bezug auf türkische Medien darüber berichtet.

Canbay ist laut "Abendblatt" Deutsch-Türke kurdischer Abstammung und wollte mit einer Jugendgruppe an einem Theaterfestival in der westtürkischen Metropole Izmir teilnehmen.

Canbay sagte der Deutschen Presse-Agentur, ihm sei ein Anwalt verweigert worden. Man habe ihn gezwungen, sein Smartphone zu entsperren und habe alle Mails, Kontakte und Chats überprüft.

Unter anderem sei er zu einer Karikatur des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan befragt worden, die ihm ein Bekannter per Whatsapp zugeschickt hatte. Auf dieser wird Erdogan als Diktator dargestellt. Er sei gefragt worden, warum er diese nicht gelöscht habe.

Gegen 22.30 Uhr sei er schließlich in eine Maschine nach Köln gesetzt worden, sagte Canbay in Köln. Er sei völlig erschöpft und wolle nun nach Hamburg zurückfahren.

Canbays MUT! Theater wird von der Kulturbehörde Hamburg und dem Bezirksamt Eimsbüttel gefördert.

Der Theater-Chef ist in der Türkei festgenommen und verhört worden. (Symbolbild)
Der Theater-Chef ist in der Türkei festgenommen und verhört worden. (Symbolbild)  © 123rf/Somchai Rakin

Titelfoto: Fotomontage: Screenshot/Facebook, MUT! Theater, 12

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