Offiziell! Konzert von R. Kelly in Hamburg abgesagt

Hamburg - Nun ist es offiziell! Das für den 14. April geplante Konzert des US-Sängers R. Kelly in Hamburg ist auf Druck des Bezirksamtes Nord abgesagt worden.

R. Kelly kommt zu einer Anhörung vor Gericht in Begleitung seines Anwalts.
R. Kelly kommt zu einer Anhörung vor Gericht in Begleitung seines Anwalts.  © DPA

Der Veranstalter habe bestätigt, dass das Konzert nicht stattfinden werde, teilte ein Sprecher des Amts am Freitag mit.

"Damit hat sich der Veranstalter letztlich dem drängenden Wunsch des Bezirksamts Hamburg-Nord gebeugt", erklärte der stellvertretende Bezirksamtsleiter, Tom Oelrichs.

"Ein Verbot wäre nicht auszusprechen gewesen. Eine einseitige Kündigung des Bezirksamtes hätte Schadensersatzforderungen zulasten der Steuerzahler bedeutet", erläuterte Oelrichs. Vermieter der Halle mit 7000 Plätzen ist die Behörde.

Der 52-Jährige war Ende Februar wegen sexuellen Missbrauchs in den USA angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft in Chicago wirft dem R&B-Sänger ("I Believe I Can Fly") sexuellen Missbrauch in zehn Fällen vor.

Sie stammen aus den Jahren 1998 bis 2010 und drehen sich um vier Opfer. Drei davon waren zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Missbrauchs jünger als 17 Jahre. Kelly plädierte bei einer Anhörung auf nicht schuldig.

Nach der Anklageerhebung war der Kartenverkauf für das Konzert in Hamburg durch den Händler Eventim gestoppt worden. Im Internet wurde eine Kampagne gegen die beiden Deutschland-Auftritte des Musikers gestartet, die laut einer Zählung auf der Plattform change.org bis zum Freitag mehr als 240.000 Menschen unterzeichneten.

Ein geplantes Konzert am 12. April in Neu-Ulm (Bayern) war bereits abgesagt worden.

Der Sänger stellte sich den Behörden und wurde mit Handschellen von der Polizei abgeführt.
Der Sänger stellte sich den Behörden und wurde mit Handschellen von der Polizei abgeführt.  © DPA

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