Ärzte schlagen Alarm! Immer mehr Menschen erkranken nach Oralsex an Krebs

Hamburg - Immer mehr Menschen in Großstädten erkranken an Mund-Rachen-Krebs. Eine neue Studie aus Hamburg belegt: Ein häufiger Auslöser für eine Neuerkrankung kann Oralsex sein.

Oralsex soll stärker in Zusammenhang mit Mund-Rachen-Krebs stehen, als bisher angenommen.
Oralsex soll stärker in Zusammenhang mit Mund-Rachen-Krebs stehen, als bisher angenommen.  © 123RF/Andriy Popov

Demzufolge sorgen nicht, wie bisher angenommen, Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum für den enormen Anstieg von Neuerkrankungen, sondern vielmehr ein Virus, der über sexuelle Kontakte übertragen werden kann.

Denn immer mehr Patienten, die sich zuvor mit den Humanen Papillomviren (HPV) infiziert hätten, erkrankten später auch an Mund-Rachen-Krebs, heißt es in der Studie.

Dabei ist das HP-Virus bislang vor allem als Auslöser von Gebärmutterhalskrebs bekannt. Dass es auch für Kopf-Hals-Tumoren verantwortlich ist, wurde bisher nur in Fachkreisen vermutet.

"Man muss davon ausgehen, dass Menschen, die im Laufe ihres Lebens viele Sexualpartner haben und Oralsex praktizieren ein deutlich höheres Risiko haben, an einem Mund-Rachen-Krebs zu erkranken – zumindest solange, wie das HP-Virus nicht durch Impfungen gestoppt wird", bestätigt Prof. Dr. Jens Meyer, Chefarzt der HNO-Abteilung der Asklepios Klinik St. Georg in einer Mitteilung.

"Überraschend ist die Deutlichkeit, mit der es jetzt durch unser Patientenklientel aus der Metropolregion Hamburg belegt ist", so Meyer über die Studie der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg, die belegt, dass vier von fünf Betroffenen HPV-positiv sind.

Dass Hamburg hier im internationalen Vergleich eine der Spitzenpositionen einnimmt, hängt nach Einschätzung des HNO-Spezialisten mit der Zunahme der Neuerkrankungsraten insgesamt und der für Ballungsräume typischen Population zusammen.

Die gute Nachricht: Eine wirksame Impfung gegen die Infektion mit dem Virus existiert – und sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit 2007 für alle Mädchen im Alter zwischen neun und 14 Jahren empfohlen, vor allem, weil der Gebärmutterhalskrebs mit dem HP-Virus in direktem Zusammenhang steht.

Seit 2018 gilt diese Impfempfehlung jetzt auch für Jungen. Auch sie können das sexuell übertragbare HP-Virus weitergeben.

Die Impfung kann demzufolge auch vor Mund-Rachen-Krebs oder anderen HPV-bedingten Erkrankungen schützen, so der Experte. Die Impfkosten tragen die Krankenkassen.

Eine Arzthelferin impft in einer Arztpraxis eine Patientin mit einer Spritze.
Eine Arzthelferin impft in einer Arztpraxis eine Patientin mit einer Spritze.  © Ole Spata/dpa

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