Beihilfe zum tausendfachen Mord: Ehemaliger SS-Wachmann (93) wird weiter befragt

Hamburg – Im Hamburger Prozess gegen einen ehemaligen Wachmann im KZ Stutthof soll der Angeklagte am Freitag um 11 Uhr weiter befragt werden.

Der ehemalige SS-Wachmann sitzt im Landgericht im Saal neben seinem Anwalt.
Der ehemalige SS-Wachmann sitzt im Landgericht im Saal neben seinem Anwalt.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Der 93-Jährige hatte bereits am Montag ausgesagt und dabei seinen damaligen Einsatzort bei Danzig als "Ort des Grauens" bezeichnet. Er bekundete den KZ-Opfern sein Mitgefühl (TAG24 berichtete).

Die Anklage lautet auf Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen. Als SS-Wachmann soll er zwischen dem 9. August 1944 und dem 26. April 1945 "die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt" haben. Zu seinen Aufgaben habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Häftlingen zu verhindern.

Der 93-Jährige hatte am Montag betont, dass er nicht freiwillig Wachmann geworden sei. Wegen eines Herzfehlers sei er nicht kriegsverwendungsfähig gewesen.

Darum habe er als 17-jähriger Wehrmachtssoldat den Marschbefehl nach Stutthof erhalten. Vergeblich habe er versucht, in eine Wehrmachtsküche oder -bäckerei versetzt zu werden.

Die Befragung des 93-Jährigen wird vor dem Hamburger Landgericht fortgesetzt.
Die Befragung des 93-Jährigen wird vor dem Hamburger Landgericht fortgesetzt.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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