Rentner mit Bademantelgürtel erwürgt: Ging es nur um Geld?

Hamburg - Im Prozess um einen 78-Jährigen, der mit einem Bademantelgürtel erwürgt wurde, wird am Montag das Urteil erwartet.

In Hamburg soll am Montag das Urteil fallen. (Symbolbild)
In Hamburg soll am Montag das Urteil fallen. (Symbolbild)  © DPA

Der 52 Jahre alte Angeklagte hat nach Meinung der Staatsanwaltschaft seinen älteren Nachbarn im Stadtteil Jenfeld im Mai 2018 heimtückisch getötet.

Der 78-Jährige sei nicht an einer Krankheit oder bei einem Unfall gestorben, sondern Opfer eines plötzlichen Angriffs in seiner Wohnung geworden.

Die Anklagebehörde fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes, der Verteidiger dagegen fordert dagegen einen Freispruch. Die Todesursache sei nicht eindeutig geklärt, der Vorwurf der Anklage habe sich nicht bestätigt. Der Angeklagte selbst beteuerte in seinem letzten Wort: "Ich kann und werde nichts zugeben, was ich nicht getan habe."

Die Ermittler fanden bei der Vernehmung der Angehörigen und Freunde keine Anhaltspunkte für einen Konflikt. Der 52-jährige Nachbar aber habe sich bei der Polizei in Widersprüche verwickelt. Er habe zunächst beteuert, nie in der Wohnung des 78-Jährigen gewesen zu sein, sagte der Staatsanwalt.

Als der Beschuldigte dann erklären sollte, wie seine DNA-Spuren an das Opfer gekommen seien, habe er angegeben, die Wohnung einmal betreten zu haben.

Nach Angaben eines Zeugen habe sich der 52-Jährige mehrfach Geld von dem älteren Nachbarn geliehen. Der 78-Jährige habe ihm aber nichts mehr geben wollen.

Der Angeklagte, ein arbeitsloser Koch, sei verschuldet gewesen. Außerdem habe ihm die Zwangsräumung und Obdachlosigkeit gedroht.

Das 78-jährige Opfer wurde erst einen Tag nach der Tat tot in der Wohnung aufgefunden. (Symbolbild)
Das 78-jährige Opfer wurde erst einen Tag nach der Tat tot in der Wohnung aufgefunden. (Symbolbild)  © DPA

Update: Urteil gefallen

Das Hamburger Landgericht hat den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und acht Monaten verurteilt.

Der 52-Jährige habe sich des Totschlags schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter am Montag. Das Motiv für die Tat im Mai 2018 habe nicht genau aufgeklärt werden können. Vielleicht sei es bei einem Streit um Geld gegangen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: DPA

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