Kurz vor Eröffnung: Moschee mit rechten Parolen beschmiert

Hamburg - Am 26. September soll die ehemalige Kapernaum-Kirche in Hamburg-Horn wiedereröffnet werden. Jetzt haben unbekannte mehrere Außenwände mit zum Teil rechtsradikalen Parolen besprüht.

Nur zwei der Schmierereien, die am Montag entdeckt wurden.
Nur zwei der Schmierereien, die am Montag entdeckt wurden.  © citynewstv.de

Ein Nachbar habe die Schmierereien am Montag bemerkt und die Gemeinde verständigt, sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Daniel Abdin, am Dienstag.

Er selbst habe die Tat bei der Polizei angezeigt, der Staatsschutz habe Ermittlungen aufgenommen.

Auf Fotos vom Eingang der Moschee, die der Zentralrat der Muslime auf Facebook veröffentlichte, war in mangelhafter Rechtschreibung zu lesen: "Deuschland den deuschen" und "Nationaler Wiederstand".

An den Seitenwänden standen die Worte "Vergewaltiger", "Islam tötet" und "Anti Christ" - auch das Wort "Terror" in falscher Schreibweise.

"Ich bin empört", sagte Abdin. In den sechs Jahren seit dem Kauf der ehemaligen Kirche sei nichts Derartiges passiert. Hamburg sei super-tolerant. "Wir haben hier keinen Platz für Nazis!"

Er gehe davon aus, dass die momentane vergiftete Atmosphäre zu der Tat beigetragen habe. "Ich bin froh, dass wir so großartige Nachbarn haben", fügte der Gemeindevorsitzende hinzu. Einer von ihnen habe gleich versucht, die Parolen mit Putzmitteln und Schrubber zu entfernen.

In einer Mitteilung des Vereinsvorsitzenden Aiman Mazyek hieß es: "Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) verurteilt den offenkundig rechtsextremistisch und durch Muslimhass motivierten Anschlag auf seine Mitgliedsmoschee Al-Nour-Moschee in Hamburg in aller Schärfe."


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