187 Strassenbande und Co.: Jetzt will die Polizei Gangster-Rappern an den Kragen!

Hamburg – Der Messerangriff auf einen Polizisten in München hat bundesweit schockiert - nun hat sich auch die GdP (Gewerkschaft der Polizei) Hamburg eingeschaltet. Sie fordert eine Debatte zu "gewaltverherrlichendem Gangster-Rap".

187-Rapper Gzuz steht bei einem Auftritt auf der Bühne.
187-Rapper Gzuz steht bei einem Auftritt auf der Bühne.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Am Montag ist ein Polizist (30) am Münchener Hauptbahnhof von einem Mann (23) von hinten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden .

Wenig später erklärte der Leiter der Mordkommission der Münchner Polizei, dass es sich bei dem Tatmotiv um massiven "Hass auf die Polizei" handelte (TAG24 berichtete). Der 23-Jährige wollte einen Polizisten umbringen. Er ist inzwischen in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht.

Nun ist auch die Hamburger GdP aufmerksam geworden. Sie sieht einen Zusammenhang von Hass gegen die Polizei und deutschem Gangster-Rap, in dem Gewalt und Rassismus oft zelebriert werden.

Mit Kunstfreiheit habe das nichts mehr zu tun, finden die Beamten. Vielmehr rufen einige Rapper zur Gewalt gegenüber der Polizei auf, ohne dafür bestraft zu werden.

Dazu kommt, dass die Rapper meist selbst einen prall gefüllten Strafregister vorweisen können. Eine Grenze zwischen Kunst- und Privatfigur sei für viele Jugendliche so nicht mehr erkennbar.

"Einerseits beanspruchen Rapper, Kunstfiguren zu sein und ihr Gangsterimage als Teil einer Inszenierung zu verkaufen. Andererseits wird diese Inszenierung ständig untermauert, wenn sich die Rapper mit der Androhung von Straftaten im realen Leben profilieren", heißt es in der Mitteilung.

187 Strassenbande: "F*** die Polizei"

Ein Wagen der Polizei steht vor dem Münchener Hauptbahnhof, nachdem dort ein Polizist niedergestochen wurde.
Ein Wagen der Polizei steht vor dem Münchener Hauptbahnhof, nachdem dort ein Polizist niedergestochen wurde.  © Matthias Balk/dpa

Schaut man sich die Texte der bekannten Gangster-Rapper an, finden sich tatsächlich viele Zeilen, in denen vor allem die Polizei beleidigt wird.

So schießt 187-Rapper Bonez MC in dem Song "100k" mehrfach gegen die Ordnungshüter mit Sätzen wie "Scheiß Polizei" oder "F*** die Polizei".

Der Berliner Rapper Capital Bra rappt in seinem Track "Albtraum" folgende Zeilen: "F*** Polizei diesen Bastardverein Sperrt mich doch rein, doch ihr kriegt mich nich klein, Nein."

Auf die Spitze treibt es Haftbefehl mit seinem Song "CopKKKilla", in dem es heißt: "Ihr scheiß Bull'n, fahrt ruhig weiter euren Rinderwahn. Bis es heißt, "Der CopKilla kam!"

Die Gewerkschaft der Polizei ist der Meinung: "Der deutsche Gangster-Rap hat ein Gewaltproblem!" Die Gesellschaft müsse selbst entscheiden, ob sie das akzeptieren wolle.

"Wer garantiert, dass der Täter von München sich nicht mit genau dieser Art von Musik für die Tat motiviert hat?", fragt die GdP. Was die Motivation des Täters war, bleibt am Ende aber unklar.

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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