"Kein Mord"? 36-Jähriger erschießt Ex-Schwager auf offener Straße

Hamburg - Der Prozess um die tödlichen Schüsse auf einen Radfahrer in Hamburg-Neuallermöhe wurde jetzt neu aufgerollt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten.

Ein Ermittler der Polizei fotografiert in Neuallermöhe das Fahrrad des getöteten 28-Jährigen.
Ein Ermittler der Polizei fotografiert in Neuallermöhe das Fahrrad des getöteten 28-Jährigen.  © DPA

Der 36-Jährige müsse wegen Mordes verurteilt werden, erklärte die Anklagevertretung am Dienstag nach Angaben einer Gerichtssprecherin.

Die Mordmerkmale der Heimtücke und der niederen Beweggründe seien erfüllt. Der 36-Jährige hatte am 5. Juni 2016 seinen Ex-Schwager auf offener Straße mit mehreren Pistolenschüssen getötet, wie er bereits im ersten Prozess gestanden hatte.

Eine andere Strafkammer am Landgericht hatte den Angeklagten Ende Februar 2017 wegen Totschlags und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu zwölf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Der 36-Jährige habe seinen Ex-Schwager "quasi hingerichtet", hatte die Vorsitzende Richterin damals gesagt. Es sei aber kein Mord gewesen. Das Opfer sei nicht arglos gewesen, weil der Angeklagte dem 28-Jährigen vorher die Pistole im Hosenbund gezeigt habe.

Gegen das Urteil hatten Staatsanwaltschaft und Nebenkläger erfolgreich Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.

Die Nebenkläger schlossen sich nun der Strafforderung der Staatsanwaltschaft an. Die Verteidigung soll am 27. Juni ihr Plädoyer halten, das Urteil könnte dann am 4. Juli verkündet werden.


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