Im Norden war es trotz Rekordsommer am kühlsten

Hamburg - Wer in Hamburg wohnt, hat in diesem Jahr wettertechnisch mal wieder Pech gehabt. Im Ausnahme-Sommer 2018 hatte die Hansestadt im bundesweiten Ländervergleich die wenigsten Sonnenstunden.

Kopfüber ins kühle Nass.
Kopfüber ins kühle Nass.  © DPA

Nur 1895 Stunden erblickten die Hamburger das Licht der Sonne. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, war es damit das sonnenärmste Bundesland.

Die Sonnenscheindauer lag jedoch deutlich über dem Wert der Referenzperiode von 1961 bis 1990 von 1507 Stunden.

Im Vergleich: Am längsten schien die Sonne über Berlin, wo in Dahlem 2308 Stunden verzeichnet wurden.

Die Temperatur lag in Hamburg im Durchschnitt bei 10,8 Grad Celsius und damit zwei Grad über dem Referenzwert.

In einem der bundesweit trockensten Jahre überhaupt fielen an der Elbe rund 520 Liter Regen pro Quadratmeter und damit 230 Liter weniger als im langjährigen Vergleich.

Ähnlich kühl war es im Nachbar-Bundesland Schleswig-Holstein. Mit 10,1 Grad Durchschnittstemperatur zählte es zu den vergleichsweise kühleren Bundesländern, wie der DWD mitteilte.

An den Küsten ging es häufig stürmisch und nass zu.
An den Küsten ging es häufig stürmisch und nass zu.  © DPA

Immerhin waren es 1,8 Grad über dem langjährigen Mittel. Nur in Bayern war es zum Vergleich mit 9,9 Grad noch kühler.

Im nördlichsten Bundesland Deutschlands fielen knapp 580 Liter Regen pro Quadratmeter. Normal wären 788 Liter gewesen.

Und fiel Sonne haben die Nordlichter auch nicht gesehen. Mit 1925 Stunden lagen sie nur über knapp über dem Wert von Hamburg.

Trotz des warmen Wetters konnten Kinder in Eggebek südlich von Flensburg in diesem Jahr auch einen Schneemann bauen. Am 1. März fielen dort durch den so genannten Lake-Effekt 40 Zentimeter Schnee.

Dabei sammelt ein kräftiger kalter Wind, der einen langen Weg über warmen Wasser zurücklegt, viel Wasserdampf, der über Land in schmalen, aber sehr intensiven Niederschlagsbändern als Schnee beziehungsweise Regen fällt.

In Niedersachsen war es zu warm und zu trocken.
In Niedersachsen war es zu warm und zu trocken.  © DPA

In Niedersachsen wurden hingegen gleich mehrere Rekorde gebrochen. Es war das wärmste und sonnigste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Außerdem gehörte 2018 zu den niederschlagsärmsten Jahren seit 1881. Von April bis November waren alle Monate ausnahmslos zu warm, zu trocken und sonnenscheinreich.

In Niedersachsen fielen etwa 505 Liter Regen pro Quadratmeter, das langjährige Mittel liegt bei 746 Litern. Die Temperatur lag 2018 im Mittel bei 10,7 Grad, langjährig sind es 8,6 Grad.

Beim Sonnenschein wurde mit rund 1940 Stunden der Rekord aus dem Jahr 1959 mit insgesamt 1899 Stunden deutlich übertroffen. Das langjährige Mittel sind 1456 Sonnenstunden.

Bremen gehörte mit 11 Grad zu den wärmsten Regionen in Deutschland, der langjährige Temperaturdurchschnitt liegt hier bei 8,9 Grad.

Die Sonnenscheindauer war mit rund 1980 Stunden um 50 Stunden höher als im bisherigen Rekordjahr. Das langjährige Mittel in Bremen sind 1474 Sonnenstunden. Im kleinsten Bundesland fielen gut 515 Liter Regen pro Quadratmeter (langjähriges Mittel 727 Liter).

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