Sturm-Experte warnt: Jetzt sind Tornados auf der Nordsee möglich

Hamburg - Der Supersommer hat im Norden eine Pause eingelegt. Zwar soll es Mittwoch und Donnerstag nochmal warm werden in Hamburg, doch danach wird es wieder frisch. Gleichzeitig drohen Tornados auf der Nordsee.

Obwohl sie häufiger vorkommen, sind Fotos von Wasserhosen auf der Nordsee selten. Das Bild zeigt das Wetterphänomen im niederländischen Wattenmeer (Archivbild).
Obwohl sie häufiger vorkommen, sind Fotos von Wasserhosen auf der Nordsee selten. Das Bild zeigt das Wetterphänomen im niederländischen Wattenmeer (Archivbild).  © EPA/Meijert de Haan

Wieso? Das hängt mit kalten Luftmassen und großen Temperaturunterschieden zusammen.

Das sehr stabile Wetter der vergangenen Wochen soll nämlich am Freitag enden, berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Zuvor kommt die zwischenzeitlich verdrängte Warmluft am Mittwoch und Donnerstag aber wieder zurück in den Norden.

Der DWD rechnet mit Höchsttemperaturen zwischen 27 und 29 Grad in Hamburg und 21 bis 24 Grad an der Nordseeküste.

Von dort soll dann Freitag deutlich kältere Luft Regen und Gewitter bringen. Dabei werden nur noch 18 bis 20 Grad erreicht.

Die Nordsee ist durch den Supersommer noch kräftig aufgeheizt. Der Temperaturunterschied zwischen kalter Luft und Wasser kann dazu führen, dass über dem Meer Tornados entstehen.

Auf diese Gefahr macht Meteorologe Thomas Sävert jetzt aufmerksam. "Möglicherweise bilden sich ab dem kommenden Freitag bis über das Wochenende auf der Nordsee vermehrt Tornados, die vereinzelt auch mal auf Schiffe, Inseln oder das Festland treffen könnten", schreibt der Sturm-Experte.

Auf dem Meer heißen Tornados übrigens auch Wasserhosen. Die Stürme können hohe Windgeschwindigkeiten erreichen und punktuell große Schäden anrichten.

Vor allem kleine Boote, Segelschiffe und Surfer sind in Gefahr. Falls die Wasserhosen Inseln oder Festland erreichen, können sie dort auch größere Gegenstände durch die Luft wirbeln.

Sturm-Experte Sävert rät Touristen und Bewohnern an der Nordsee daher: "Beim Auftauchen von Schauern oder dicken Quellwolken auch mal einen Blick unter die Wolke werfen und darauf achten, ob sich darunter ein Tornadorüssel bildet".

Tornados auf der Nordsee und in Deutschland sind aber nichts Ungewöhnliches. Beispielsweise gab es im August 2006 mehr als 50 bestätigte Wasserhosen auf Nord- und Ostsee, berichtet Sävert. Vier davon erreichten das Land und richteten dort Schäden an.

Bisher sei die diesjährige Tornadosaison in Deutschland aber sehr ruhig gewesen. Bis Anfang August gab es Sävert zufolge nur acht bestätigte Windhosen. Möglich, dass sich das mit dem kommenden Wochenende ändert.

Titelfoto: EPA/Meijert de Haan


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