Karl Lagerfeld bezahlte Flüchtlings-Jungen schwere Herz-OP

Hamburg/Paris - Karl Lagerfeld war stets verbal direkt. Manchen hat die rau und spröde wirkende Schale des Modezars verstört. Aber: Lagerfeld hatte auch eine weiche Seite, von der nicht jeder weiß - bis jetzt!

Ex-"Bunte"-Chefin Riekel war 25 Jahre mit Lagerfeld befreundet .
Ex-"Bunte"-Chefin Riekel war 25 Jahre mit Lagerfeld befreundet .  © DPA

Die Welt hielt Mitte Februar den Atem an, als die Nachricht vom Tod des außergewöhnlichen Mode-Designers bekannt wurde (TAG24 berichtete).

Ex-"Bunte"-Chefin Riekel war 25 Jahre mit Lagerfeld befreundet und verriet jetzt in "Bild der Frau" liebevolle Details über Karl Lagerfeld.

Hinter der rauen Schale des Genies steckte für sie ein ganz anderer Karl: "Auf viele Menschen wirkte Karl Lagerfeld ein bisschen arrogant, und er konnte auch sehr zynisch sein und parierte auch Fragen manchmal mit beißendem Spott, das kam schon vor. Aber in Wahrheit war er der großzügigste Mensch, den ich kannte. Er hat es nur nicht an die große Glocke gehängt. Er hatte nur Verachtung für Leute, die öffentlich als Wohltäter auftraten. Er hat das immer ganz im Geheimen gemacht", sagt sie im >> BdF-Interview.

Lagerfeld, so schien es, hat seine Großzügigkeit nicht in die Öffentlichkeit getragen. Eine große Geste hat Patricia Riekel sehr berührt, wie sie erzählt:

"Meine Lieblingsgeschichte ist, als er in einer Pariser Zeitung von einem Flüchtlingsjungen las, der eine Herz-Operation brauchte und die Krankenkasse nicht zahlte und die Eltern es sich nicht leisten konnten. Dann hat er sich nach der Familie erkundigt und ganz im Geheimen, ohne dass sie es je erfahren haben, die Operationskosten übernommen."

Karl Lagerfeld und Patricia Riekel waren über 25 Jahre lang befreundet.
Karl Lagerfeld und Patricia Riekel waren über 25 Jahre lang befreundet.  © Imago

So sei er auch gegenüber seinen Freunden sehr großzügig gewesen. Karl habe sie mit Büchern, technischen Geräten oder Blumen beschenkt. "Er hat seinen Freundinnen, die zu seinen Shows kamen, also den Inner Circle von 20, 30 Frauen, Blumenkörbe ins Hotel geschickt, die waren riesig. Die konnte man nicht alleine tragen. Und dazu gab es immer handschriftliche Briefe, auch zu Weihnachten und zum Geburtstag", verrät Riekel.

Und was verachtete Lagerfeld wirklich? Wenn jemand nichts aus seinem Leben macht, so Riekel: "Er hat sehr aufmerksam verfolgt, was seine Freundinnen treiben, wie ihre Karrieren vorangehen. Er hat nur faule Menschen verachtet. Menschen, die nichts aus sich gemacht haben, die alles laufen lassen. Aber wer tüchtig war, wer mit Leidenschaft und einer Mission an einer Sache hing, das hat er bewundert."

Eine Sache bedauerte Lagerfeld sehr:

"Er hat in aller Welt Orden und Auszeichnungen bekommen. Und Nicolas Sarcozy hat ihm sogar den höchsten Orden, den Orden der Ehrenlegion, verliehen. Deutschland hat ihm keinen Orden gegeben. Es wäre eigentlich notwendig gewesen, dass er auch einen Orden aus Deutschland bekommt. Das hat ihn ein bisschen gefuchst. Aber zum Schluss wollte er das dann doch nicht mehr."

Blumen und ein Zettel liegen am Eingang der Chanel-Zentrale in Paris. Sie wurden von Passanten dort abgelegt, um dem verstorbenen Modeschöpfer Karl Lagerfeld zu gedenken.
Blumen und ein Zettel liegen am Eingang der Chanel-Zentrale in Paris. Sie wurden von Passanten dort abgelegt, um dem verstorbenen Modeschöpfer Karl Lagerfeld zu gedenken.  © DPA

Patricia Riekel (69) wüsste nicht, wer in die Fußstapfen von Karl Lagerfeld treten soll. "So jemanden wie ihn wird es nie wieder geben", sagte sie. Sie werde Lagerfeld nicht nur "als Jahrhundert-Genie, sondern auch als Freund" in Erinnerung behalten, "mit dem man sich über alles unterhalten konnte". Der Modeschöpfer sei neugierig auf das Leben gewesen (TAG24 berichtete).

Am 19. Februar verstarb Karl Lagerfeld in Paris.
Am 19. Februar verstarb Karl Lagerfeld in Paris.  © DPA

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