Große Ehre: CDU-Chefin tauft weltgrößtes Flüssiggas-Tankschiff

Hamburg - Seit Donnerstag liegt das weltweit größte Tankschiff für verflüssigtes Erdgas (LNG) im Hamburger Hafen. Am Freitag wird die 117 Meter lange "Kairos" von der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer am Kreuzfahrt-Terminal Steinwerder getauft.

Das weltgrößte Flüssiggas-Tankschiff "Kairos" liegt seit Donnerstag im Hamburger Hafen.
Das weltgrößte Flüssiggas-Tankschiff "Kairos" liegt seit Donnerstag im Hamburger Hafen.  © DPA

Der Tanker diene der flexiblen Versorgung der Schifffahrt und werde von den Niederlanden bis nach Skandinavien und ins Baltikum unterwegs sein.

Die "Kairos" wird künftig in Nord- und Ostsee als schwimmende Tankstelle Schiffe mit dem Treibstoff LNG versorgen.

Das Schiff wird an großen LNG-Terminals in Rotterdam oder der Ostsee mit LNG beladen und steuert nach Bedarf Kunden an.

Der Tanker kann 7.500 Kubikmeter LNG bunkern . Das seegängige Schiff mit Eisklasse kommt auf eine Geschwindigkeit von 13 Knoten, das ungefähr 24 km/h bedeutet.

Bislang ist das ultrakalte verflüssigte Gas in der Schifffahrt noch wenig verbreitet, gewinnt aber an Bedeutung.

In Nordwesteuropa können nach Angaben von Nauticor rund 150 Schiffe und andere Objekte wie Schwimmbagger LNG tanken. Weitere 150 bis 200 kämen in den nächsten Jahren dazu.

Das 117 Meter lange Schiff fährt für die Hamburger Firma Nauticor, eine Tochtergesellschaft des Linde-Konzerns, und kann 7500 Kubikmeter LNG laden. Nauticor hat das Schiff gechartert; die Reederei des in Korea gebauten Schiffs ist Babcock Schulte Energies.

Update, 13.24 Uhr: Stimmen zur Taufe

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU, hält eine Rede bei der Taufe des LNG-Bunker-Schiffs "Kairos".
Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU, hält eine Rede bei der Taufe des LNG-Bunker-Schiffs "Kairos".  © dpa/Martin Fischer

Das Schiff werde enorm dazu beitragen, "dass wir auch in der Schifffahrt die Co2- und Feinstaubprobleme in den Griff bekommen", sagte Kramp-Karrenbauer bei der Taufe.

In der Schifffahrt wurde das neue Schiff als ein wichtiges Signal für die Verwendung von LNG als Treibstoff gewertet. "Die Taufe eines solchen Schiffes, maßgeblich projektiert von einer deutschen Reederei, zeigt, dass die deutsche Schifffahrt als Hochtechnologie-Branche auf Veränderungs- und Innovationskurs fährt", sagte Ralf Nagel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim Verband Deutscher Reeder (VDR).

Für die Hafenbehörde HPA erklärte deren Chef Jens Meier: "Der Hamburger Hafen hat die Einführung der LNG-Technologie von Anfang unterstützt und leistet Pionierarbeit." Sobald bei den Hafenkunden künftig Bedarf bestehe, auch LNG zu bunkern, könne nun das Tankschiff "Kairos" zum Einsatz kommen. Auch der Senat begrüßte die Indienststellung des Schiffes.

Die nationale LNG-Initiative sprach von einem echten Meilenstein. "Mit dem Bunkerschiff wird die Versorgungskette entscheidend verbessert und das Henne-Ei-Dilemma gehört nun endgültig der Vergangenheit an", sagte der Initiator der Initiative, Ole von Beust.

CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer Rede
CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer Rede

"Wenn es nun noch gelingt, ein LNG-Importterminal zu bauen, steht der Umstellung der Schifffahrt auf LNG nichts mehr im Wege." Das wäre ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der Luftqualität insbesondere in Hafenstädten wie Hamburg.

Ganz anders äußerte sich die Partei Die Linke. "Jeder weiß, dass LNG ein geopolitisches Projekt ist, um die Fracking-Gas-Überschüsse aus den USA auf den europäischen Markt zu bringen", erklärte Lorenz Gösta Beutin, Energie- und Klimapolitiker der Linken im Bundestag und Landessprecher seiner Partei in Schleswig-Holstein.

"Kramp-Karrenbauer setzt für die Energiewende in Deutschland und Europa ein völlig falsches Zeichen. Es braucht nicht mehr Gas im Energiesystem, erst recht kein schmutziges LNG, das in den USA und in anderen Lieferländern mit der umweltschädlichen und gefährlichen Fracking-Methode gefördert wird."

LNG ist superkaltes Erdgas, das bei einer Temperatur von minus 162 Grad Celsius nur noch einen Bruchteil des gasförmigen Volumens ausmacht.

Als Schiffstreibstoff senkt LNG die Emissionen von Schwefel und Feinstaub um 99 Prozent, Stickoxide um 80 Prozent und CO2 um 20 bis 30 Prozent gegenüber traditionellem Schiffstreibstoff.

In Nordwesteuropa können nach Angaben von Nauticor gegenwärtig 150 Schiffe LNG tanken; in den kommenden Jahren sollen 150 bis 200 weitere dazukommen.

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