Mehr als 4700 Kontrollen: Polizei sagt Autoposern den Kampf an

Hamburg - Sie haben nur ein Ziel: Auffallen um jeden Preis! Mit ihren aufgemotzten Karren wollen Autoposer die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich ziehen. Das nervt nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Polizei.

Die Polizei beschlagnahmt ein Fahrzeug, das mit Goldfolie überklebt ist.
Die Polizei beschlagnahmt ein Fahrzeug, das mit Goldfolie überklebt ist.  © DPA

Trotz zahlreicher Kontrollen der Polizei ist Hamburg bei Fahrern besonders lauter und PS-starker Autos beliebt. Seit ihrer Gründung im September hat die Kontrollgruppe Autoposer fast 4700 Fahrzeuge kontrolliert.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, sei bei mehr als 1300 Wagen die Betriebserlaubnis erloschen gewesen. Mehr als 550 Autos wurden wegen unerlaubter technischer Veränderungen sichergestellt, gut 400 Lärmverstöße registriert. Die Beamten nahmen fast 250 Strafanzeigen auf.

Das Problem mit den Autoposern wird leider nicht kleiner. Erst in diesem Monat stoppten die Beamten zwei Fahrer, die ihre Luxusfahrzeuge - einen Lamborghini und einen Porsche - mit Goldfolie überklebt hatten (TAG24 berichtete). Sie mussten die Folie entfernen, da sie laut Polizei durch ihre Blendwirkung andere Verkehrsteilnehmer gefährdeten.

Mindestens zweimal sind der Kontrollgruppe auch schon Hochzeitsgesellschaften mit demonstrativen Fahrmanövern aufgefallen. Im Januar machte ein solcher Korso in Hamburg-Mümmelmannsberg mit Schüssen aus einer Schreckschusswaffe auf sich aufmerksam. Die Beamten kontrollierten die Gesellschaft und stellten 3 der 14 Autos wegen technischer Manipulationen sicher.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte eine Hochzeitsgesellschaft eine Straße an der Elbphilharmonie blockiert, die Motoren aufheulen lassen, gehupt und rücksichtslose Fahrmanöver gemacht.

Ein Polizeibeamter nimmt ein getuntes Auto genauer unter die Lupe.
Ein Polizeibeamter nimmt ein getuntes Auto genauer unter die Lupe.  © DPA

Doch nicht nur ihnen droht Ärger mit der Polizei, auch Raser geraten mehr und mehr in den Fokus der Beamten. Ihnen droht inzwischen der dauerhafte Entzug ihrer Fahrzeuge.

Anfang April wurde eine Entscheidung des Amtsgerichts Hamburg rechtskräftig, wonach ein 22-Jähriger sein Motorrad los ist. Der junge Mann war mit bis zu 226 Stundenkilometer über die A7 und die A23 von Hamburg-Schnelsen nach Pinneberg gerast.

Dabei überholte er nach Angaben eines Gerichtssprechers Autos von rechts und brauste an der Abfahrt über eine rote Ampel. Es ist vermutlich das erste Mal, dass das im Oktober 2017 in Kraft getretene Gesetz in Hamburg angewendet wurde.

Trotz der vielen Kontrollen wird auf Hamburgs Straßen weiter gerast. Ende März starb ein 24-Jähriger bei einem Unfall auf der Köhlbrandbrücke. Die Polizei geht davon aus, das der 22-jährige Fahrer bei einem illegalen Autorennen die Kontrolle über seinen Wagen verlor.

Statistische Daten über die Poser erhebt die Hamburger Polizei nicht. Die Sprecherin sagte jedoch: "Aus der Erfahrung handelt es sich überwiegend um Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren, häufig mit Migrationshintergrund."

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