Hilal 20 Jahre verschwunden: Mit diesem bewegenden Brief wenden sich die Eltern an den Täter

Hamburg - Vor 20 Jahren verschwand das damals zehnjährige Mädchen aus Hamburg. Bis heute gibt es keine Spur, doch Eltern und Polizei haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Diese Tafel soll an das Verschwinden von Hilal erinnern.
Diese Tafel soll an das Verschwinden von Hilal erinnern.  © DPA

Die kleine Hilal wollte sich als Belohnung für ihr gutes Zeugnis nur ein Kaugummi vom benachbarten Kiosk im Hamburger Stadtteil Lurup kaufen. Doch die damals Zehnjährige kam nie wieder.

Zum 20. Jahrestag hat sich die Familie in einem bewegenden Brief an die Täter oder Mitwisser gewandt.

Auf der Facebook-Seite wurden die Worte veröffentlicht. "Wir sehen seit 20 Jahren kein Licht mehr. Wir können nicht trauern. Wir haben kein Grab. Wir können nicht in die Zukunft gucken, weil wir jeden Tag zurückschauen." Worte, die selbst unbetroffene Personen bewegen.

Der Familie raubt das Verschwinden ihrer Tochter auch nach 20 Jahren immer noch Kraft. "Der Unbekannte allein weiß von ihrem Versteck. Der Gedanke an sein Geheimnis lässt jeden Tag unsere Herzen brechen, seit 20 Jahren!", heißt es weiter.

Auch wenn die Eltern die Hoffnung nach ihrer Tochter noch nicht aufgegeben haben, gehen sie von einem Verbrechen aus. "Bitte sagen Sie uns, wo unser kleines Mädchen ist. Sie sind doch jetzt ein anderer Mensch."

Die Eltern von Hilal halten nach dem Verschwinden ein Foto von ihr in den Händen.
Die Eltern von Hilal halten nach dem Verschwinden ein Foto von ihr in den Händen.  © DPA

Mit jedem weiteren Tag verliere die Familie an Kraft, wie sie schreibt. Der Gedanke an das Geheimnis des Täters breche jeden Tag aufs Neue das Herz der Eltern. Sie wurden selbst einen anonymen Hinweis in Kauf nehmen.

"Niemand kann das aushalten. Bitte teilen Sie Ihr Geheimnis mit uns. Wir wollen doch nur unser kleines Mädchen wieder haben!"

Während aus diesen Worten viel Verzweiflung zu lesen ist, wendet sich die Familie allerdings auch an die Polizei und den Weißen Ring. "Die Beamten haben uns versprochen alles zu tun, um Hilal zu finden und den Unbekannten zu finden."

Immer wieder habe die Polizei der Familie ihre Ideen und Pläne aufgezeigt. Der Weiße Ring habe ihnen beigestanden. "Wir sind in den ersten Tagen zerbrochen. Wir haben seit der Tat nie wieder richtig Atmen können."

Noch haben die Polizei und die Familie Ercan die Hoffnung nach Hilal nicht aufgegeben. "Wir gehen weiter davon aus, dass es Menschen gibt, die Merkwürdiges oder Auffälliges beobachtet haben, bei dem es sich vielleicht um ein Puzzleteil zur Aufklärung des Falls handelt", sagte die zuständige Abteilungsleiterin im Landeskriminalamt, Inge Pape.

Nach der Suche im vergangenen Jahr im Volkspark hat die Polizei erneut ein Phantombild, das damals erstellt wurde, veröffentlicht.

Der Fall Hilal ist der einzige Fall in Hamburg, bei dem ein Kind verschwunden ist und dessen Verbleib bis heute ungeklärt ist.

Mehr zum Thema Hamburg Crime:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0