SEK stürmt Wohnung von Terror-Verdächtigem

Hamburg - Große Aufregung am Mittwochmorgen im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld! Die Polizei stürmte gegen 6 Uhr eine Wohnung.

Der Tatverdächtige wird von zwei vermummten Beamten aus dem Haus geführt.
Der Tatverdächtige wird von zwei vermummten Beamten aus dem Haus geführt.  © Blaulicht-News.de

Bei dem SEK-Einsatz soll ein mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz IS festgenommen worden sein. Unter Begleitung von schwer bewaffneten Einsatzkräften wurde er aus dem Wohnhaus geführt und in einen Gefangenentransporter gebracht.

Die vermummten Einsatzkräfte durchsuchten zuvor eine Vier-Zimmerwohnung und einen Opel Zafira, der dem Verdächtigen gehört.

In der Wohnung lebte der Mann gemeinsam mit seiner deutschen Ehefrau, dessen Nachnahmen er annahm. Zusammen haben sie vier Kinder, das Jüngste wurde erst vor Kurzem geboren.

Nach ersten Erkenntnissen soll der Tatverdächtige im November 2013 nach Syrien gereist sein und sich vor Ort dem IS angeschlossen haben. 2014 kehrte nach einer militärischen Ausbildung nach Deutschland zurück. Er soll Mitglieder angeworben haben und sie nach Syrien geschickt haben.

Der Mann stand bereits seit Längerem im Visier der Ermittlungen. Nun gab der Bundesgerichtshof die Zusage für die Vollstreckung des Haftbefehls.

Bewaffnete Einsatzkräfte verlassen nach der Stürmung der Wohnung das Haus.
Bewaffnete Einsatzkräfte verlassen nach der Stürmung der Wohnung das Haus.  © Blaulicht-News.de

Update, 16.45 Uhr

Der Zugriff vom Mittwochmorgen im Stadtteil Bahrenfeld erfolgte durch Beamte des Hamburger Landeskriminalamts, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die Wohnung des festgenommenen Mannes sei durchsucht und Beweismaterial sichergestellt worden. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, für den IS Mitglieder rekrutiert zu haben.

Gegen den 28 Jahre alten Deutschen lag seit dem 11. April ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Organisation vor. Er wurde nach Karlsruhe geflogen und noch am Nachmittag dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt, der ihm den Haftbefehl eröffnete und den Vollzug der Untersuchungshaft anordnete, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte.

Der Verdächtige war den Angaben zufolge im November 2013 nach Syrien gereist und hatte sich dort unmittelbar nach seiner Ankunft der Terrormiliz angeschlossen. Auf einem IS-Stützpunkt habe er auch eine militärische Ausbildung absolviert.

Im März 2014 sei er nach Deutschland zurückgekehrt und habe sich um neue Mitglieder für den IS bemüht. Nach Erkenntnissen der Ermittler ist ihm das in mindestens einem Fall gelungen.

Im Sommer 2014 soll er einer Person die Reise in das damalige Herrschaftsgebiet des IS ermöglicht haben. Dabei habe er als "Bindeglied" zwischen einem IS-Mitglied in Syrien und der ausreisewilligen Person fungiert.

Ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz IS (2.v.l.) wird auf dem Flughafen Hamburg zu einem Hubschrauber der Bundespolizei gebracht. Mit der Maschine wurde der Verdächtige nach Karlsruhe geflogen werden, wo ein Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof
Ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz IS (2.v.l.) wird auf dem Flughafen Hamburg zu einem Hubschrauber der Bundespolizei gebracht. Mit der Maschine wurde der Verdächtige nach Karlsruhe geflogen werden, wo ein Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof  © DPA

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