Exklusivinterview mit Let's Dance-Paar: So trotzen sie der großen Herausforderung!

Hamburg - Isabel Edvardsson und Benjamin Piwko bilden in der diesjährigen Let's Dance-Staffel ein besonderes Paar. Der Schauspieler ist gehörlos. Dennoch konnten die beiden bei ihren bisherigen Auftritten überzeugen. TAG24 hat das Tanz-Paar exklusiv vor ihrem dritten Auftritt befragt.

Immer an der Seite von Isabel Edvardsson und Benjamin Piwko (rechts): Gebärdendolmetscher Kenneth.
Immer an der Seite von Isabel Edvardsson und Benjamin Piwko (rechts): Gebärdendolmetscher Kenneth.  © RTL/Gregorowius

TAG24: Benjamin Piwko ist gehörlos - eine große Herausforderung. Wie funktioniert die Zusammenarbeit und die Kommunikation?

Piwko: "Es funktioniert eigentlich sehr gut. Wir haben unsere eigene Sprache aus Blicken, Körperkontakt und Gesten entwickelt. Aber natürlich gibt es Herausforderungen: Wenn ich bei den Lateintänzen lange alleine tanzen muss oder Isabel mich nicht sehen kann. Vor allem macht es aber sehr viel Spaß gemeinsam zu Tanzen."

Edvardsson: "Es funktioniert super. Wir kommunizieren über Körpersprache. Ich zeige alles, er fühlt über meinen Körper das Tempo eines Tanzes. Ich habe bereits viele Wörter in Gebärdensprache gelernt und natürlich kann ich auch sprechen, da er Lippen lesen kann, wenn ich etwas erklären muss. Durch diese ganze Mischung funktioniert das Training sehr gut."

TAG24: Frau Edvardsson, Sie lernen die Gebärdensprache. Was können Sie bisher?

Edvardsson: "Bisher kann ich viele Wörter aus dem Training, wie zum Beispiel Anfang, Ende, bitte wiederholen, größer, kleiner, schneller, langsamer, leichter und auch alltägliche Sätze wie 'Hallo, wie gehts dir oder guten Appetit' und das Alphabet kann ich schon."

Benjamin Piwko zeigt seine Gelenkigkeit. Als ehemaliger Kampfsportler ist er ganz schon beweglich.
Benjamin Piwko zeigt seine Gelenkigkeit. Als ehemaliger Kampfsportler ist er ganz schon beweglich.  © RTL/Gregorowius

TAG24: Herr Piwko, ist Ihre Partnerin eine gute Schülerin oder eine bessere Tanzlehrerin?

Piwko: "Sie ist eine sehr neugierige und fleißige Schülerin. Ich freue mich sehr, dass sie Gebärdensprache lernt, weil es zeigt, dass sie auch meine Welt kennenlernen möchte. Dass sie eine sehr gute Tanzlehrerin ist, ist ja klar. Ich habe mir sehr gewünscht mit ihr tanzen zu dürfen."

TAG24: Wie groß ist der beiderseitige Respekt vor dieser gemeinsamen Aufgabe? Was können Sie von dem jeweils anderen lernen?

Edvardsson: "Was ich bisher gelernt habe, ist, dass man auch im normalen Leben aufpassen sollte, egal, ob gehörlos oder nicht, und sich die Zeit beim Miteinander sprechen nimmt, sich nicht ablenken zu lassen, sondern bewusst mit dem Anderen reden. Und natürlich ist es für mich eine neue Welt, die ich gerade kennenlerne, vor der ich großen Respekt habe. Ich freue mich in diese Welt einzutauchen und unsere beiden Welten miteinander zu verbinden und daraus das Beste zu machen und zwischenmenschliche Kommunikation im Allgemeinen bewusster zu machen."

Piwko: "Man lernt eine ganz andere Welt kennen. Aber mein Ziel ist es ja beide Welten zu vereinen. Die Hörenden und die Gehörlosen. Da kann ich von Isabel sehr viel lernen und sie hoffentlich auch von mir."

Entspannung gehört für das Tanzpaar beim Training dazu.
Entspannung gehört für das Tanzpaar beim Training dazu.  © Screenshot/Instagram/Benjamin Piwko

TAG24: In der kommenden Show steht der Quickstep an. Vor welche Herausforderung werden Sie gestellt?

Piwko: "Quickstep ist ja ein Standardtanz, da ist die Haltung sehr wichtig. Das Problem ist, dass ich da das Gesicht von Isabel nicht sehen kann, da sie den Kopf für die Standardhaltung wegdrehen muss. Darum ist es keine einfache Woche."

Edvardsson: "Der Quickstepp ist ein relativ schwieriger Tanz, weil er sehr viele verschiedene Bewegungselemente und Schwungtanzelemente, Sprünge, Läufe und auch offene Teile Charleston-Elemente beinhaltet. Dazu kommen Rhythmus-Wechsel, Kombi aus langsamen und schnellen Schritten und das ist natürlich eine große Herausforderung, wenn man die Musik nicht hört. Benjamin folgt meinem Tempo und Rhythmus, deshalb funktioniert es gut."

Isabel Edvardsson und Benjamin Piwko zeigen einen langsamen Walzer.
Isabel Edvardsson und Benjamin Piwko zeigen einen langsamen Walzer.  © RTL/Gregorowius

TAG24: Wen sehen Sie als bisherigen Favoriten und wie stehen Ihre Chancen?

Piwko: "Das ist sehr schwierig zu sagen. Ella tanzt natürlich unglaublich gut, Thomas hat eine so positive Ausstrahlung und Lebensfreude. Da bekommt man direkt gute Laune, wenn man ihn tanzen sieht. Jeder gibt sein Bestes und darum verstehen wir uns auch alle so gut."

Edvardsson: Bei Let's Dance ist es immer wichtig, sich auf sich und seinen Schüler zu konzentrieren. Es gibt viele Paare, die toll tanzen. Es ist ganz schwer zu sagen, wer Favorit ist, da sich die Leistung von Woche zu Woche verändern kann. Ich denke gar nicht viel darüber nach, was zählt ist das Hier und Jetzt."

TAG24: Wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Auftritten?

Edvardsson: "Ich bin super zufrieden und ganz erstaunt, wie großartig er das macht. Ich bin wahnsinnig stolz auf ihn, dass er diese Herausforderung annimmt. Er ist ein sehr fleißiger Schüler, er gibt immer sein Bestes. Wenn wir die Chance bekommen, ein paar Wochen weiter zu tanzen, werden sicher auch Tänze kommen, die nicht so einfach werden, aber auch das versuchen wir dann zusammen zu meistern."

Piwko: "Es gibt natürlich nach jedem Tanz Momente, wo man sagt, das hätte besser laufen können, oder da war meine Haltung nicht ganz richtig. Aber ich habe das Gefühl, wir haben die Menschen bewegt und berührt mit unseren Tänzen und unseren Emotionen.

Darum weiß ich, wir haben viel zu verbessern und viel zu trainieren, aber an sich bin ich zufrieden."

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