Burn-out: TV-Koch Mälzer spricht über seine schwerste Zeit

Hamburg - Vor Kurzem verblüffte Tim Mälzer noch als Kämpfernatur in der ProSieben-Show "Schlag den Star". Er erinnerte stark an den damaligen Kult-Moderator Stefan Raab.

TV-Koch Tim Mälzer
TV-Koch Tim Mälzer  © DPA

Tim Mälzer keuchte, fluchte, japste nach Luft und kämpfe bis zum Ende. Dafür feierten ihn die Fans im Anschluss an die Sendung.

Viele sahen in dem TV-Koch schon den legitimen Nachfolger von Stefan Raab. Doch Mälzer wiegelte sofort ab.

"Das war ein einmaliger Ausflug in die Samstagabendunterhaltung. Stefan Raabs Schuhe sind eindeutig zu groß für mich, das sind ja Moon Boots!", sagte er im Anschluss der Bild.

Der 48-Jährige ist mit seinen eigenen Koch-Sendungen äußert erfolgreich, doch hinter ihm liegt eine harte Zeit.

In der Vox-Sendung "Der Vertretungslehrer" plauderte Mälzer vor einer Schulklasse über die dunkelsten Stunden seines Lebens.

2006 war er an sein Limit geraten. Die Diagnose: Burn-out. "Damals habe ich 500 Sendungen in zweieinhalb Jahren gemacht, ein Restaurant gegründet, in dem ich von morgens bis abends stand", erklärte Mälzer.

In seinen Sendungen hat er oft prominente Personen zu Gast. Hier greift Fußball-Bundestrainer Joachim Löw zur Pfanne.
In seinen Sendungen hat er oft prominente Personen zu Gast. Hier greift Fußball-Bundestrainer Joachim Löw zur Pfanne.  © DPA

"Als Ausgleich - und das ist der Part, der mir wirklich unangenehm ist - habe ich viel gesoffen", gab er zu. Anstatt sich auszuruhen, habe er gefeiert. "Was unfassbar dumm war, weil ich mir selbst geschadet habe."

Doch irgendwann konnte sein Körper nicht mehr, es kam zum Zusammenbruch! "Ich habe mich auf den Boden gelegt und habe geweint, wie ein Fötus", sagte er offen.

Der Druck sei ihm zu viel geworden. Aber dadurch sei ihm die Entscheidung über sein Verhalten abgenommen worden. Dabei sei ihm klar gewesen, dass es nicht richtig gewesen sei, was er gemacht habe.

TV-Koch Mälzer hat aber noch einmal die Kurve bekommen. "Dann bin ich sechs Wochen in die Klinik gegangen und habe mich sozusagen wieder aktiviert", sagte er.

"Ich habe bunte Bilder gemalt, Ballons beklebt, habe irgendwelche Figürchen gemacht irgendwie, ich habe mich einfach nur beschäftigt als solches, bin dann auch körperlich wieder fitter geworden, habe mit dem Saufen aufgehört", erzählte er weiter.

Diese Einsicht und die Therapie haben Tim Mälzer vor Schlimmerem bewahrt.

Die Schüler zeigten sich beeindruckt. "Wir sind noch jung und werden dem Scheitern entgegentreten müssen. Dank Tim wissen wir jetzt, wie wir damit umgehen können", zog der 17-jährige Gökcan sein Fazit.

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