Nach tagelangem Monolog: Gericht entzieht Rentner-Bankräuber letztes Wort

Hamburg – Rentner-Bankräuber Michael Jauernik hat aus seinem Prozess eine skurrile Show der Selbstdarstellung gemacht. Auch nach den Plädoyers hatte der 71-Jährige noch einiges zu sagen - dem hat die Richterin nun ein Ende gesetzt.

Der angeklagte mutmaßliche Serienbankräuber spricht im Landgericht.
Der angeklagte mutmaßliche Serienbankräuber spricht im Landgericht.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Das Urteil in dem Prozess soll am 7. Oktober fallen, teilte die Vorsitzende Richterin Birgit Woitas am Freitag mit.

Nach fünf Verhandlungstagen Redezeit wurde dem Angeklagten wegen Wiederholungen, Ausschweifungen und Verzögerung durch Befangenheitsanträge das letzte Wort entzogen.

Am fünften Tag seines letzten Wortes stellte der 71-Jährige zwei Befangenheitsanträge gegen die Richterin, unter anderem, weil sie "abfällig gelächelt" habe.

Oberstaatsanwalt Lars Mahnke sagte, dass der Angeklagte eine "Prozessverschleppung" herbeiführen wolle. So wie der Befangenheitsantrag vom vorherigen Verhandlungstag wurden auch diese beiden als unbegründet zurückgewiesen.

Der Angeklagte muss sich wegen drei Raubüberfällen auf Hamburger Sparkassen sowie einen dabei abgegebenen Schuss auf einen Bankangestellten verantworten (TAG24 berichtete).

Einer der Anklagepunkte lautet deshalb versuchter Mord. Der Staatsanwalt hatte eine Haftstrafe von zwölf Jahren und zehn Monaten gefordert und anschließende Sicherungsverwahrung beantragt.

Den Gerichtssaal sah der 71-Jährige als seine Bühne an.
Den Gerichtssaal sah der 71-Jährige als seine Bühne an.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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