Millionen-Betrug in der Krebsmedizin? Mega-Razzia bringt Beweise ans Licht

Hamburg – Ärzte, Apotheker und Pharma-Manager sollen beim lukrativen Geschäft mit Krebsmedikamenten gemeinsame Sache gemacht haben (TAG24 berichtete). Nach einer Großrazzia in und um Hamburg haben Ermittler viel Beweismaterial sichergestellt.

Hunderte Polizisten haben am Dienstagmorgen 47 Objekte in Norddeutschland durchsucht.
Hunderte Polizisten haben am Dienstagmorgen 47 Objekte in Norddeutschland durchsucht.  © Christian Charisius/dpa

Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs mit Krebsmedikamenten in Millionenhöhe gehen weiter.

Nachdem Hunderte Polizisten am Dienstag Dutzende Räumlichkeiten von Firmen und Privatpersonen in und um Hamburg durchsucht haben, wird die Auswertung einige Zeit dauern.

"Es wurde ganz umfangreiches Beweismaterial zur Durchsicht sichergestellt, Geschäftsunterlagen, Datenträger und Dokumente", sagte Staatsanwältin Liddy Oechtering der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend.

"Wir gehen davon aus, dass es Tage beziehungsweise Wochen dauern wird alles auszuwerten", ergänzte sie. Für Mittwoch kündigte sie eine Pressemitteilung an.

Die Ermittlungen richteten sich gegen 14 Beschuldigte, darunter neun Ärzte, drei Apotheker und zwei Geschäftsführer von Pharmafirmen. Im Zentrum der Ermittlungen stehe ein Hamburger Hersteller von Zytostatika, die zur Chemotherapie von Krebspatienten verwendet werden.

Insgesamt waren 47 Durchsuchungsbeschlüsse an 36 Adressen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vollstreckt worden. Der potenzielle Schaden liege "deutlich in Millionenhöhe". Haftbefehle gegen Beschuldigte lägen aber nicht vor.

Polizisten stehen während einer Kontrolle vor einem Fahrzeug, mit dem Medikamente transportiert werden.
Polizisten stehen während einer Kontrolle vor einem Fahrzeug, mit dem Medikamente transportiert werden.  © Axel Heimken/dpa

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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