Kaum noch Platz: Wohnungsbau in Hamburg wird immer schwieriger

Hamburg - Der Wohnungsmarkt in Hamburg ist angespannt. Deswegen wird viel neugebaut - mit Schwierigkeiten.

Aufstocken bestehender Gebäude ist im Bestand der Saga kaum noch möglich (Archivbild).
Aufstocken bestehender Gebäude ist im Bestand der Saga kaum noch möglich (Archivbild).  © dpa/Bodo Marks

Das städtische Wohnungsbauunternehmen Saga hält an seinem Ziel von 2000 neuen Wohnungen pro Jahr fest. "Unsere Devise heißt Bauen, Bauen, Bauen", sagte Vorstandssprecher Thomas Krebs am Montag in Hamburg.

Zunächst habe die Saga im eigenen Bestand nach Möglichkeiten zur Nachverdichtung gesucht; das sind zum Beispiel zusätzliche Geschosse auf bestehenden Gebäuden und die Bebauung von Hintergrundstücken und Baulücken. Doch diese Möglichkeiten gehen nun zu Ende.

"Die niedrig hängenden Früchte haben wir gepflückt", sagte Krebs. "Nun kommen die höher hängenden." Die weiteren Projekte würden konfliktträchtiger, komplizierter und teurer.

Dennoch werde die Saga jedes Jahr um die 2000 neue Wohnungen auf den Weg bringen, so viel wie zuletzt in den sechziger und siebziger Jahren. "Aber damals waren das Großsiedlungen mit mehreren tausend Wohneinheiten", sagte Krebs. Das sei heute nicht mehr das Ziel, sondern die Entwicklung der Quartiere.

Die Saga werde im nächsten Schritt die neuen Stadtentwicklungsflächen nutzen und später auch bestehende Gebäude abreißen und neu bauen, um zusätzliche Wohnflächen zu gewinnen.

Die Saga ist der größte Vermieter in Hamburg. Zum Bestand gehören unter anderem diese Hochhäuser in Lohbrügge.
Die Saga ist der größte Vermieter in Hamburg. Zum Bestand gehören unter anderem diese Hochhäuser in Lohbrügge.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Sorge bereite allerdings, dass es nicht ausreichend verfügbare Baugrundstücke gebe. "Woher sollen die Flächen kommen, wenn Hamburg noch 10 oder 20 Jahre kräftig wächst, eventuell auf mehr als zwei Millionen Einwohner?", fragte der Vorstandssprecher.

Die Saga vermietet in der Hansestadt 132.000 Wohnungen und 1500 Gewerbeobjekte und ist damit der größte Einzelvermieter. Als städtischer Konzern verfolgt die Saga nicht nur wirtschaftliche Ziele, sondern soll zugleich den sozialen Ausgleich in den Wohnquartieren sowie den Klimaschutz im Auge haben.

Mit einer Durchschnittsmiete von 6,44 Euro je Quadratmeter kalt liegen die Saga-Wohnungen um 20 Prozent unter dem Mittelwert des Hamburger Mietenspiegels. Leerstand gibt es so gut wie gar nicht, dafür jeden Tag mehr als 1000 Anfragen von potenziellen Mietern.

Bei einer Fluktuation von rund sechs Prozent pro Jahr konnte die Saga 8000 Wohnungen neu vermieten, vor allem an Mieter mit einem dringenden Bedarf.

Finanziell wird die Saga den Neubau von 2000 Wohnungen und Investitionen von 600 bis 700 Millionen Euro jährlich stemmen können. Die Gesamtverschuldung steige durch den Kraftakt bis 2022 um eine Milliarde auf 3,2 Milliarden Euro.

Das Unternehmen stehe wirtschaftlich gut da und habe im vergangenen Jahr einen Überschuss von mehr als 200 Millionen Euro erwirtschaftet.

Titelfoto: dpa/Bodo Marks


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