So plant Senator Rabe die Schulreform

Hamburg - Hamburg rüstet sich für die Zukunft. Die Hansestadt will deutlich mehr Referendare ausbilden - und so einen Lehrermangel wie in vielen anderen Bundesländern verhindern.

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SOD) will künftig mehr Referendare einstellen.
Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SOD) will künftig mehr Referendare einstellen.  © DPA

"Wir werden die Zahl der Ausbildungsplätze in kurzer Zeit um über 40 Prozent erhöhen", sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Donnerstag in der Hansestadt.

So sollen jedes Jahr statt bisher 570 künftig 810 Lehrer ihr Referendariat abschließen können.

Im Vergleich zur aktuellen Situation entstehen nach Behördenangaben Zusatzkosten von 3,5 bis vier Millionen Euro pro Jahr. Diese würden bis 2020 aus den vorhandenen Haushaltsmitteln der Behörde bestritten.

In Hamburg gebe es anders als in fast allen anderen Bundesländern nach wie vor erheblich mehr Bewerber als Referendariatsplätze. Die Stadt sei sehr attraktiv, sagte Rabe.

Zudem verbeamte Hamburg zügig, zahle gut und biete bessere Aufstiegschancen als andere Bundesländern.

Doch man wolle nicht warten, bis das Problem, nicht genügend Bewerber zu haben, auch in Hamburg ankomme. "Wir gehen in die Offensive", erklärte der Senator.

Pro Jahr sollen mehr als 800 neue Lehrer eingestellt werden.
Pro Jahr sollen mehr als 800 neue Lehrer eingestellt werden.  © DPA

Die CDU-Fraktion erklärte, die Ankündigung des Senators sei begrüßenswert, komme aber reichlich spät. "Hamburg lebt seit Jahren bei der Lehrerausbildung auf Kosten anderer Bundesländer", sagte die schulpolitische Sprecherin Birgit Stöver.

"Auch mit dem erhöhten Ausbildungskontingent wird Hamburg es nicht schaffen, seinen Bedarf von 1.100 Lehrern pro Jahr zu decken. Dann fehlen auch künftig noch 300 Lehrer, die Hamburg in anderen Bundesländern abwerben wird.

Die Schulbehörde legte eine Berechnung vor: Da die sogenannte Pensionierungswelle in Hamburg bereits vorüber sei, gehe man davon aus, dass künftig nur noch 750 bis 800 Lehrkräfte pro Jahr eingestellt werden müssten, hieß es.

Die Behörde habe zudem eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen ergriffen, um Lehrermangel zu verhindern. So können laut Behörde seit August einfacher als bisher pensionierte Lehrer über Stundenverträge in der Schule unterrichten.

Referendare haben die Möglichkeit, ihr Stundenkontingent gegen Extra-Bezahlung aufzustocken. Rabe betonte aber, dass ein Quereinstieg - also ein Referendariat ohne Lehramtsstudium - auch weiterhin nur in Mangelfächern möglich sein soll.

Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisierte, die Aufstockung der Ausbildungsplätze allein reiche nicht aus. Die Attraktivität des Berufs müsse gesteigert werden.

Auch die FDP-Fraktion betonte, im Wettbewerb um die besten Lehrer müssten die Rahmenbedingungen des Berufsalltags besser werden.

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