Erzgebirge Aue siegt 2:1 auf St. Pauli: Hochscheidt lässt Veilchen blühen

Hamburg - Ach, wäre nur 34 Spieltage lang St. Pauli! Der FC Erzgebirge hat bei seinem Lieblingsgegner wieder zugeschlagen, gewann nach einer bärenstarken Leistung mit 2:1 (1:1). Vor 29546 Fans am ausverkauften Milerntor war Jan Hochscheidt mit seinem Doppelpack der Mann des Tages. Mit den ersten Sonnenstrahlen sind die Veilchen aufgeblüht.

Tor für St.Pauli Hamburg: Christopher Buchtmann erzielt den Treffer zum 1:0 gegen Torhüter Martin Männel.
Tor für St.Pauli Hamburg: Christopher Buchtmann erzielt den Treffer zum 1:0 gegen Torhüter Martin Männel.  © Picture Point/S. Sonntag

Geht das schon wieder los? Das werden sich die 1500 mitgereisten Aue-Fans nach elf Minuten gedacht haben. Zunächst stand Emmanuel Iyoha nach einem 70-Meter-Pass von Aues Filip Kusic frei vor Robin Himmelmann, scheiterte aber an dessen starker Fußabwehr. Im Gegenzug kombinierten sich die Paulianer durch, Sami Allagui spielte quer durch den Strafraum, fand den völlig freien Christopher Buchtmann (11.). Dessen Direktabnahme aus sechs Metern war weder scharf noch platziert, fand dennoch den Weg ins Tor - ein Geschenk!

Doch Aue schüttelte sich fünf Minuten, nahm dann den Kopf hoch, riss die Partie mehr und mehr an sich. Das war überraschend, aber auch stark. Vor allem Iyoha, Jan Hochscheidt und Pascal Testroet machten ordentlich Betrieb.

Lohn war der Ausgleich nach einem wirklich tollen Spielzug. Iyoha flankte von rechts, Hochscheidt köpfte die Kugel wuchtig an die Lattenunterkante, blieb aber in der Situation und beförderte den Abpraller erneut mit dem Kopf überlegt in den Winkel.

Jan Hochscheidt (l.) erzielt den Treffer zum 1:2. Jubel mit Pascal Testroet (37, Aue), Philipp Riese und Emmanuel Iyoha (r.).
Jan Hochscheidt (l.) erzielt den Treffer zum 1:2. Jubel mit Pascal Testroet (37, Aue), Philipp Riese und Emmanuel Iyoha (r.).  © Picture Point/S. Sonntag

Das war überzeugend, was der FCE nach dem frühen Rückstand zeigte. Die Hamburger liefen nur noch hinterher, hatten nach ihrer Führung keine gefährliche Aktion mehr.

Aue blieb nach der Pause im Spiel und zauberte eine Kombination auf den Rasen, an deren Ende ungläubiges Staunen übrig blieb: Testroet schickte Hochscheidt, der mit dem Kopf zu Iyoha weiterleitete. Er nahm den Ball mit der Brust runter und legte ihn über seinen Kopf in den Lauf von Hochscheidt, der aus 14 Metern volley abzog - 2:1 (49.), ein Traum von einem Tor!

Aue weckte mit dem Tor St. Pauli aus seinem Frühlingsnickerchen. Der Gastgeber forcierte jetzt das Tempo, kam zu guten Aktionen. Aber der FCE kam immer wieder zu Kontern, weil das Dreigestirn vorn drin nicht zu halten war. Aber zunächst mussten die Veilchen hinten ihren Mann stehen und einige gefährliche Situationen überstehen. So, als Waldemar Sobota (70.) nach einem Freistoß von Marvin Knoll und irgendein Auer Abwehrbein den Ball gerade noch so am Pfosten vorbei lenkten.

Und dann klärte der FCE noch einmal in höchster Not. Mats Möller Daehli flankte nach einem Einwurf von rechts, Alex Meier (80.) bugsierte die Kugel Richtung Tor, doch Malcolm Cacutalua klärte auf der Linie.

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