Fischmarkt überschwemmt: Herbststurm fegt über die Küste hinweg

Hamburg - Einen Monat nach Tief "Fabienne" hat "Siglinde" die Nordseeküste getroffen. Eine leichte Sturmflut mit orkanartigen Böen war die Folge.

Am Hamburger Fischmarkt trat die Elbe über das Ufer.
Am Hamburger Fischmarkt trat die Elbe über das Ufer.  © Blaulicht-News.de / Sebastian Peters

In Hamburg lag der Scheitelpunkt am Nachmittag am Pegel St. Pauli bei 1,64 Meter über dem mittleren Hochwasser, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie mitteilte. Die Elbe überflutete einen Parkplatz am Fischmarkt.

Das nächste Hochwasser am frühen Mittwochmorgen werde ebenfalls etwas höher ausfallen, aber vermutlich nicht mehr die Sturmflutmarke von 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser erreichen, hieß es. Der Wind schwäche sich langsam ab.

In Schleswig-Holstein kam es zu keinen größeren Schäden. In den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie der Stadt Flensburg habe es acht Einsätze gegeben wegen Ästen auf der Fahrbahn oder Bäumen, die infolge des Sturms umzustürzen drohten, teilte die Polizei mit.

Nach Angaben einer Bahnsprecherin lief der Bahnverkehr im Norden weitgehend reibungslos. Wegen des Sturms nahm der Autozug nach Sylt am Dienstag jedoch keine Lkw mit leeren Anhängern und keine Wohnwagengespanne mit.

Wegen Sturmböen über der Nordsee fielen mehrere Fährverbindungen aus. Nach Angaben der Wyker Dampfschiffs-Reederei gab es keine Verbindung zwischen Amrum und den Halligen.

Der zwischen Hamburg und der Hochseeinsel Helgoland verkehrende Katamaran "Halunder-Jet" blieb im Hamburger Hafen.

Ein Mann fotografiert an einem Strandabschnitt die peitschenden Wellen der Nordsee.
Ein Mann fotografiert an einem Strandabschnitt die peitschenden Wellen der Nordsee.  © DPA

Die Bundeswehr blies wegen des Sturms eine Katastrophenschutzübung zunächst ab. "Im Ernstfall wären unsere Hubschrauber geflogen, für eine Übung war der Wind jedoch zu stark", sagte ein Sprecher des Landeskommandos Schleswig-Holstein.

Zweck der Übung am Deich in Elpersbüttel sollte nach Angaben der Bundeswehr das Zusammenwirken von Soldaten der Reserve am Boden und unterstützenden Lufttransportkräften bei der Not- und Katastrophenhilfe sein.

Die Ausläufer des Tiefs "Siglinde" bekommt der Norden auch am Mittwoch zu spüren. An den Küsten muss dann nach Angaben des DWD wieder mit teils schweren Sturmböen gerechnet werden. "Siglinde zieht am Mittwoch in Richtung Russland ab. Daher weht bis Donnerstag wieder etwas weniger Wind", sagte ein DWD-Sprecher.

Allerdings folgt das Tief "Tina", dessen Ausläufer von der Ostsee her für stürmische Böen sorgen.

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