Rettung in letzter Sekunde! Affe in Wohnzimmer fast verhungert

Hamburg - Das war knapp! In mehr oder weniger letzter Sekunde retteten das Veterinäramt und der Hamburger Tierschutzverein HTV ein Weißbüscheläffchen.

Der kleine Weißbüschelaffe Willem klettert durch sein Gehege.
Der kleine Weißbüschelaffe Willem klettert durch sein Gehege.  © Tierschutzverein Hamburg/Marius Röer

Nach einem Hinweis konnte der kleine "Willem" aus seiner unzumutbaren Lage befreit werden. Wie sich bei der Überprüfung durch Veterinäramt und Tierschutzverein herausstellte, hatte das Weißbüscheläffchen weder ein Gehege, noch die Möglichkeit in eine Voliere zu gelangen.

Zudem konnte die Halterin keine entsprechenden Artenschutzpapiere vorlegen.

Das Tier war bei der Überprüfung in einem jämmerlichen Zustand - unter- und fehlernährt, das Fell war verfilzt. Die Halterin hatte "Willem" zuckerhaltige Babynahrung zu Fressen gegeben. Die Rettung geschah förmlich in letzter Sekunde.

"Wir bangten angesichts seines schlechten Gesundheitszustandes um sein Leben", sagte Sven Fass vom Tierschutzverein der Mopo.

Wie die Halterin erkklärte, sei das Tier in der Wohnung von einem Schrank gefallen und konnte daraufhin nicht mehr klettern. Ein Tierarzt diagnostizierte aufgrund der schlechten Haltung und Fehlernährung körperliche Einschränkungen. In der Natur ernähren sich die Weißbüscheläffchen überwiegend von Baumsäften und Insekten.

Doch damit ist es jetzt vorbei. Das kleine Äffchen hat sich in der Obhut des Tierschutzvereines wieder aufgerappelt und springt in einem eigens angerichteten Raum wild herum.

Als Nächstes soll "Willem" in ein dauerhaftes Zuhause umziehen und Teil einer Affengruppe werden, wie es der Natur entspricht.

Der Tierschutzverein prangert in diesem Zusammenhang noch einmal die Haltung von exotischen Tieren an. "Immer mehr exotische Tiere werden in den Tierheimen abgegeben, auch bei uns im Tierheim Süderstraße", sagte die Vereinsvorsitzende Sandra Gulla.

Es müssten immer größere Exotenstationen gebaut werden, die Bitten um Spendengelder nehmen zu. Der Tierschutzverein versucht den Tieren eine annähernd artgerechte Unterbringung zu bitten, so Gulla.

"Und das alles nur, weil in einem völlig unregulierten Markt, der das einzelne Tier ohne Rücksicht auf Verluste nur als handelbare Ware benutzt, einige an dem Exotenelend verdienen und einige sich an Exotenhaltung ergötzen wollen“, erklärte die Vereinsvorsitzende.

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