Schreckliche Tierversuche: Neue Vorwürfe gegen Todeslabor!

Hamburg – Das LPT-Forschungslabor nahe Hamburg steht wegen schrecklicher Tierversuche in der Kritik. Doch das ist noch nicht alles: Neben der Misshandlung von Tieren soll die Firma auch Versuchsergebnisse manipuliert haben.

 Blick auf das Gelände des LPT-Labors in Mienenbüttel.
Blick auf das Gelände des LPT-Labors in Mienenbüttel.  © dpa/Bodo Marks

Im Zusammenhang mit den neuen Vorwürfen hat die Hamburger Verbraucherschutzbehörde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Ehemalige Mitarbeiterinnen der Firma hätten gegenüber dem ARD-Fernsehmagazin "Fakt" Aussagen gemacht, die auf eine Manipulation von Versuchsreihen - unter anderem am Hamburger Standort der Firma - schließen ließen, teilte die Verbraucherschutzbehörde am Mittwoch mit.

Durch die aktuellen Ereignisse würden Fragen zur Zuverlässigkeit des Unternehmens aufgeworfen. Von der Klärung der Vorwürfe durch die Staatsanwaltschaft werde die Genehmigung weiterer Tierversuchsanträge der Firma abhängen.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Anzeige am Mittwoch. Von der beschuldigten Firma war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Nach der Veröffentlichung von heimlich aufgenommenen Videos aus einem Versuchslabor im Landkreis Harburg hatte das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bereits Anfang Oktober Strafanzeige gegen die Firma erstattet.

Staatsanwaltshaft ermittelt gegen Betreiber

Mit schmerzverzerrtem Gesicht wird ein Affe für einen Versuch fixiert.
Mit schmerzverzerrtem Gesicht wird ein Affe für einen Versuch fixiert.

Die Staatsanwaltschaft Stade hatte Ermittlungen gegen den Betreiber aufgenommen. Das angegriffene Unternehmen Laboratory of Pharmacology and Toxicology (LPT) hatte daraufhin erklärt: "Bei der aktuellen Untersuchung kooperieren wir vollumfänglich mit den Behörden."

Am 19. Oktober waren mehr als 7000 Menschen in Hamburg einem Demonstrationsaufruf der "Soko Tierschutz" gefolgt.

Sie forderten die Schließung des Labors. Die Tierschutzorganisation hatte nach eigenen Angaben einen Aktivisten als Mitarbeiter in das private Labor eingeschleust, der blutende Hunde und gefesselte Affen filmte.

Die grüne Bürgerschaftsabgeordnete Christiane Blömeke stellte nach eigenen Angaben am Mittwoch ebenfalls Strafanzeige gegen den Betreiber der Firma.

Für sie sei klar, dass der Betreiber tierschutzrechtliche Standards missachte, erklärte die gesundheits- und tierschutzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion. Sie fügte hinzu: "Nun steht auch die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit des Labors infrage und es ist extrem wichtig, dies ganz genau zu überprüfen." Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Menschen zu Schaden gekommen seien.

"Diesem unwürdigen Treiben muss ein Ende gesetzt werden"

Ein Hund kauert in seinem blutverschmierten Zwinger im LPT.
Ein Hund kauert in seinem blutverschmierten Zwinger im LPT.

Die SPD-Fraktion begrüßte, dass die von Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) geleitete Behörde den Vorwürfen nachgeht.

"Nach allem, was wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen, habe ich große Zweifel an der Seriosität und Zuverlässigkeit des Unternehmens", erklärte die SPD-Gesundheitspolitikerin Sylvia Wowretzko. Der Firmensitz in Hamburg-Neugraben sei Ende Oktober kontrolliert worden. Zuvor habe es eine Kontrolle des Labors in Neu Wulmstorf gegeben.

Auch der tierschutzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dennis Thering unterstützte den Schritt der Verbraucherschutzbehörde: "Diesem unwürdigen Treiben zu Lasten der Tiere muss ein Ende gesetzt werden." Zugleich forderte er, den Kontrollabstand für Tierversuchslabore von drei auf ein Jahr zu verringern.

Er erwarte eine klare Haltung der grünen Senatorin Katharina Fegebank. "Die für Forschung und Wissenschaft zuständige Senatorin Fegebank, die den aktuellen Neubau für Tierversuche am UKE mitverantwortet, kann sich hier nicht in die Büsche schlagen", erklärte Thering.

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