Im Hormonrausch! Darum müssen Autofahrer jetzt "blinde" Rehe fürchten

Hamburg - Sie sind blind vor Liebe! In der Brunftzeit folgen Rehe nur noch "blind" ihren Trieben und stellen für Autofahrer eine große Gefahr dar.

Zwei Rehe stehen nebeneinander auf einem Feld.
Zwei Rehe stehen nebeneinander auf einem Feld.  © Julian Stratenschulte/dpa

Daher warnen Tierschützer vor den liebestollen Rehen im Straßenverkehr.

Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung müssen Autofahrer mit Beginn der Brunftzeit auch tagsüber mit Wildwechsel rechnen.

"Manchmal reicht schon das Quietschen eines Fahrrads aus, und ein verliebter Bock saust im Hormonrausch heran", sagte Biologin Jenifer Calvi.

Weil es "dem Fiepton des weiblichen Rehs ähnelt, auf das der Bock jetzt so scharf ist. Er nimmt diesen hohen Ton als Liebeslockruf wahr."

"Mitte Juli bis Anfang August ist die Hauptzeit der Rehbrunft", erklärte Calvi. Dann treibt der Bock seine Herzensdame manchmal mehrere Stunden durch die Landschaft. "Erst nach einem ausgiebigen Vorspiel - der 'Vorbrunft' - bleibt die Ricke stehen und der Bock darf sich nähern."

Während des "Flirtens" und "Kokettierens" lassen die Reh-Mütter ihren Nachwuchs im Gras allein. Sie schauen nur zum Säugen und Säubern kurz vorbei.

Trotzdem sei die Ricke keine Rabenmutter, erklärte Biologe Andreas Kinser: Mit ihrer Abwesenheit schützt sie den gut versteckten Nachwuchs: Wenn sie ständig in der Nähe des Kitz wäre, würden Fressfeinde wie der Fuchs schnell auf den Nachwuchs aufmerksam.

Während der Brunftzeit warnen Tierschützer vor Wildunfällen mit Rehen.
Während der Brunftzeit warnen Tierschützer vor Wildunfällen mit Rehen.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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