Todeslabor "LPT ist kein Einzelfall": Tierschützer schlagen Alarm!

Hamburg – Es waren schreckliche Bilder von fixierten Affen und blutverschmierten Hunden, die aus einem Versuchslabor in Mienenbüttel nahe Hamburg ans Licht kamen. Tierschützer sind sich sicher: Die deutsche Gesetzgebung ist schuld an solchen Verstößen!

Ein Hund kauert in seinem blutverschmierten Zwinger im LPT.
Ein Hund kauert in seinem blutverschmierten Zwinger im LPT.

Das teilten die Ärzte gegen Tierversuche e.V. (ÄgT) und die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. (DJGT) in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Nicht nur im LPT (Labor für Pharmakologie und Toxikologie) in Mienenbüttel sind Versuchstiere vorsätzlich gequält und getötet worden, wie die Undercover-Ermittlungen der Soko Tierschutz e.V. offenbarten.

Fast rund um die Uhr wird in Deutschland gegen die Tierschutzrechte verstoßen. Das wird dann, wenn überhaupt, nur mit geringen Geldstrafen geahndet. Nach Ansicht der ÄgT und DJGT sind daran die "unzureichende Gesetzgebung" und "lasche Strafverfolgung in diesem Bereich" Schuld.

Hinzu kommt: Die Tierversuchs-Lobby spielt die Zustände in den Laboren herunter, um der Öffentlichkeit das enorme Leid der Tiere zu verheimlichen.

"Ein Tierversuchslabor darf kein rechtsfreier Raum sein!"

Mit schmerzverzerrtem Gesicht wird ein Affe für einen Versuch fixiert.
Mit schmerzverzerrtem Gesicht wird ein Affe für einen Versuch fixiert.

Gegen das LPT wurde bereits zahlreiche Male Strafanzeige gestellt. Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft nun die Ermittlungen aufgenommen.

Die Experten wollen den Behörden trotzdem mit Rat und Tat zur Seite stehen, um die Schließung des Todeslabors voranzutreiben.

"Wir möchten zusammen mit der DJGT mithelfen, die Vorgänge im LPT lückenlos aufzuklären, damit dies flächendeckende Konsequenzen hat – denn das LPT ist kein Einzelfall in Deutschland!", fordert die Vorstandsvorsitzende von ÄgT Dr. Ines Lenk.

Weiterhin macht sie klar: "Ein Tierversuchslabor in Deutschland darf kein rechtsfreier Raum sein!" Deutschland habe in zwanzig Punkten gegen die EU-Vorgaben zu Tierversuchen verstoßen. Es laufe bereits ein Vertragsverletzungsverfahren.

"Wenn ein ohnehin schon völlig unzureichendes Tierschutzgesetz bei Verstößen auch noch inkonsequent verfolgt wird, braucht man sich über Situationen wie im LPT nicht zu wundern", so Dr. Barbara Felde, Vorstandsmitglied der DJGT.

Darum fordern die beiden Vereine nicht nur die Schließung des LPT, sondern auch harte Strafen für die Verantwortlichen.

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