Bis zu 46 Grad! Klimaforscher warnen vor noch heftigeren Hitzewellen

Hamburg – Rekordwerte von bis zu 40 Grad lassen Deutschland schwitzen. Daran werden wir uns gewöhnen müssen, denn Klimaforscher warnen: Solche Hitzewellen wird es in Zukunft noch häufig geben!

 Klimaforscherin Daniela Jacob warnt vor Hitzeperioden.
Klimaforscherin Daniela Jacob warnt vor Hitzeperioden.  © Daniel Reinhardt/dpa

"Ob es immer neue Rekordwerte werden oder wir einfach häufiger an diese Rekordmarken herankommen, ist aber noch ein bisschen unklar", sagte die Direktorin des Climate Service Center Germany in Hamburg, Daniela Jacob, der Deutschen Presse-Agentur.

"Wenn man aber den regionalen Klimamodellen Glauben schenkt, dann können beispielsweise im Oberrheingraben zur Mitte des Jahrhunderts auch Temperaturen bis zu 44, 45 oder 46 Grad kommen."

Alles hänge davon ab, die weitere Erderwärmung zu begrenzen. "Wenn wir weitermachen wie bisher, dann können sich diese Hitzeperioden bis zum Ende des Jahrhunderts auch um den Faktor vier verlängern." Das wären bis zu 60 Tage pro Jahr mehr als heute.

Gelinge es aber, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, wären es nur wenige Tage mehr. "Dann hätten wir auch am Ende des Jahrhunderts noch ein Klima ungefähr so wie heute", sagte Jacob.

Grenzen der Gesundheit

Extreme Hitze belastet die Gesundheit der Menschen.
Extreme Hitze belastet die Gesundheit der Menschen.  © Patrick Pleul/dpa

Der Wandel habe auch Auswirkungen auf das Leben der Menschen.

"Bei diesen extremen Hitzeperioden merken sie ja jetzt gerade, dass sie auch an die Grenzen ihrer Gesundheit kommen. 28 oder 30 Grad kann man noch ganz gut aushalten, aber wenn es an die 35 Grad geht, dann wird es eben auch wirklich beschwerlich."

Dies habe nicht nur Einfluss auf das Wohlergehen jedes Einzelnen. "Es wird auch unsere Arbeitswelt betreffen", sagte Jacob und erinnerte daran, wie früher in Südeuropa gearbeitet wurde.

"Da hat man am Vormittag gearbeitet, dann hat man eine lange Pause gemacht und dann hat man noch einmal in den kühlen Abendstunden gearbeitet. Es gab also eine an das Klima angepasste Arbeitswelt und Rhythmen, die für den menschlichen Körper gesünder sind."

Mit der Globalisierung habe sich das geändert. Nun werde in ganz Europa in der Regel von neun bis fünf Uhr gearbeitet. "Aber ich glaube, solche Regularien müssen wir überdenken."

Es gehe darum, jetzt zu handeln, "dass wir die Chancen und Risiken sehen und dass wir uns jetzt auch wirklich im täglichen Leben umstellen und vermeiden wollen, dass es noch schlimmer wird."

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa

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