Umweltorganisation schlägt Alarm: Schutz der Meere reicht nicht aus!

Hamburg - Der WWF (World Wide Fund For Nature) fordert stärkere Anstrengungen zum Schutz der europäischen Meere: Auch Deutschland hinke bei der Umsetzung noch hinterher.

Ein kleiner Hering liegt an Bord des Krabbenkutters in der Nordsee.
Ein kleiner Hering liegt an Bord des Krabbenkutters in der Nordsee.  © Ingo Wagner/dpa

Zwar sind laut einem neuen Report der Umweltorganisation 12,4 Prozent der europäischen Meere als Schutzgebiete ausgewiesen.

Aber nur 1,8 Prozent der Meeresfläche seien auch mit konkreten Schutzmaßnahmen - etwa hinsichtlich der Fischerei - belegt, sagte am Dienstag Carla Kuhmann vom Internationalen WWF-Zentrum für Meeresschutz in Hamburg.

Um bestimmte Arten oder Lebensräume langfristig vor schädigenden Eingriffen zu bewahren, müssten die Schutzgebiete durch Managementpläne wirkungsvoll verwaltet werden.

"Der Großteil der europäischen marinen Schutzgebiete sind sogenannte 'Paper Parks', deren Schutzwirkung nur auf dem Papier existiert", sagte Kuhmann. Ohne die sofortige Implementierung und Einhaltung von Managementplänen mit wirksamen Maßnahmen werde die EU ihre Ziele zum Schutz der Ozeane verfehlen, warnte sie.

Bis 2020 sollen laut UN-Nachhaltigkeitsziel und Biodiversitätskonvention zehn Prozent des weltweiten Ozeans effektiv geschützt werden.

Auch in Deutschland klafften Theorie und Praxis auseinander. Zwar seien etwa 45 Prozent der heimischen Meeresgewässer formal als Schutzgebiete ausgewiesen, jedoch habe gerade einmal die Hälfte davon Managementpläne. "Seit Jahren hinkt Deutschland darin hinterher, den Schutz in den entsprechenden Gebieten umzusetzen", sagte Kuhmann.

Wirtschaftliche Nutzung, insbesondere Fischerei, finde "weiterhin großflächig in den Gebieten statt und richtet dort enorme Schäden an".

So stelle beispielsweise der Nationalpark Wattenmeer eine große Meeresfläche unter Schutz, die allerdings von Krabbenfischern fast uneingeschränkt befischt werden dürfe, sagte Kuhmann. "Für die geschützten Offshore-Gebiete in deutschen Gewässern gibt es bislang überhaupt keine Managementpläne und Regulierungen der Fischerei."

Der WWF fordert, dass im Durchschnitt 50 Prozent der Fläche der Schutzgebiete frei von jeglicher Nutzung sind.

Das WWF-Logo ist auf einem Aufsteller zu sehen.
Das WWF-Logo ist auf einem Aufsteller zu sehen.  © Jens Kalaene/ZB/dpa

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