Bosbach: Ohne Grenzkontrollen "geben wir das Land auf"

Wolfgang Bosbach (65): "Wir müssen wissen, wer in unser Land kommt."
Wolfgang Bosbach (65): "Wir müssen wissen, wer in unser Land kommt."  © PR ZDF

Hamburg - Wolfgang Bosbach (65, CDU) war wieder ganz in seinem Element - zweifelsfrei unterhaltsam, aber auch gewohnt kritisch.

Zu Gast bei Markus Lanz waren Dienstagnacht neben Wolfgang Bosbach auch der (Krimi-)Autor Sebastian Fitzek, die Heilpraktikerin Tala Mohajeri und Kabarettist Johannes Schröder (>> hier in der Mediathek).

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach hat im ZDF-Talk eine Rundum-Abrechnung mit der Politik hingelegt. Natürlich ging am Thema "Flüchtlinge" kein Weg vorbei. Er wählte drastische Worte in seiner Abrechnung und sprach sicherlich dem ein oder anderen aus dem Herzen:

"Die im Gesetz verankerte Passpflicht wird ersetzt durch die Erstellung des Asylantrages an der Grenze. Alleine der Satz 'Ich reise ein, um einen Asylantrag zu stellen' ersetzt die Passpflicht." So deutlich hört man das selten von einem Politiker. "Nach wie vor kommen 60 bis 70 Prozent ohne Papiere, ein nennenswerter Teil der Papiere sind gefälscht."

"Wir haben uns viel zu lange bei der Frage Ober- und Untergrenze aufgehalten", erklärte er weiter, der "Kontrollverlust von 2015" sei zwar vorbei, es gebe nun Registrierungen der Einwanderer. "Aber allein der Satz 'Ich reise ein, um einen Asylantrag zu stellen' ersetzt schon die Passpflicht”, behauptete Bosbach ebenso.

Bosbach: "Aber wenn der Flüchtling sagt 'Ich möchte einen Asylantrag stellen', gestatten wir sofort die Einreise."

Gastgeber Markus Lanz (48).
Gastgeber Markus Lanz (48).  © PR ZDF

Markus Lanz fährt dazwischen: "Da sagt die Kanzlerin dann, 3000 Kilometer Grenze können wir nicht kontrollieren." Bosbach konterte: "Wenn wir die Grenzen nicht kontrollieren, dann geben wir das Land auf." Der 2015-"Kontrollverlust" der (deutschen) Grenzen sei zwar vorbei, es gebe ja nun Registrierungen der Einwanderer.

"Wir müssen wissen, wer in unser Land kommt", forderte Bosbach. "Abdichten" könne man Deutschland nicht, aber der Asylantrag darf nach seiner Meinung nicht mit einer sofortigen Gestattung der Einreise einhergehen.

Über die Wortscharade "Obergrenze" hat der CDU-Mann auch gesprochen: "Wir haben faktisch keine Obergrenze. Wir haben eine Richtgröße, aber der vorläufige Koalitionsvertrag verweigert die Auskunft, was ist, wenn die Zahl überschritten wird." Über den Begriff der "Obergrenze" schmunzelte er hinweg - das seien alles "taktische" Wortspielereien...

Auch über die endlosen Sondierungsgespräche hat sich der streitbare Politiker Gedanken gemacht: "Meine Sorge ist, dass immer mehr im Publikum sagen, denen geht es mehr um die Partei als um das Land", sagte Bosbach - wohl auch in Richtung Martin Schulz (TAG24 berichtete).


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