Hamburg etwas sauberer, Kiel stinkt ab: Wie steht es um unsere Atemluft?

Hamburg/Kiel - Die Luft in Hamburg ist im vergangenen Jahr ein kleines bisschen sauberer geworden. Hamburg gehört trotzdem zu den schmuddeligsten Städten Deutschlands, wenn es um die Luftqualität geht. In Kiel sieht es nicht besser aus.

Die Belastung der Luft durch Dieselmotoren in Hamburg lässt sich kaum schönreden.
Die Belastung der Luft durch Dieselmotoren in Hamburg lässt sich kaum schönreden.  © DPA

Die Belastung der Luft mit giftigem Stickstoffdioxid verringerte sich im Jahresmittel um drei auf 55 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, geht aus einer Veröffentlichung des Umweltbundesamtes hervor.

Damit zählt Hamburg jedoch immer noch zu den am höchsten belasteten Städten in Deutschland. Insgesamt ging die Belastung in Deutschland leicht zurück.

In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel dagegen wurden in den Messstationen höhere Anteile an Stickstoffdioxid gemessen als im Jahr zuvor – der Mittelwert stieg von 56 auf 60 Mikrogramm je Kubikmeter.

Der verbindliche Grenzwert der EU beträgt 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Stickstoffdioxid in Städten stammt zu einem großen Teil aus Diesel-Abgasen und ist der Grund für Diesel-Fahrverbote.

Die umstrittenen Diesel-Fahrverbote für Autos hatten eine öffentliche Debatte über die Grenzwerte für Stickoxide losgetreten. In Hamburg erhöhen schließlich auch die Schiffe im Hafen die Stickoxid-Werte. Und wie steht es um Kiel?

Stickstoffoxid-Belastung in Kiel deutschlandweit am stärksten gestiegen

Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr haben negative gesundheitliche Wirkungen. Deswegen wurden in Hamburg auf bestimmten Strecken Diesefahrverbote eingeführt.
Luftschadstoffe aus dem Straßenverkehr haben negative gesundheitliche Wirkungen. Deswegen wurden in Hamburg auf bestimmten Strecken Diesefahrverbote eingeführt.  © DPA

Gegen den Bundestrend hat die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid in Kiel im vergangenen Jahr wieder deutlich zugenommen.

Wie aus Angaben des Umweltbundesamtes hervorgeht, rangierte Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt 2018 mit einem Jahresmittel von 60 Mikrogramm je Kubikmeter Luft auf der Liste der am stärksten belasteten deutschen Städte auf dem dritten Platz nach Stuttgart und München.

Der Anstieg um vier Mikrogramm war der größte aller Städte, deren Jahreswerte für 2018 schon vorlagen.

Den verbindlichen Grenzwert der EU hatten 2017 insgesamt 58 deutsche Städte erreicht oder überschritten.

Stickstoffoxide entstehen hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen in Anlagen und Motoren und betreffen folglich auch den Schiffsverkehr.
Stickstoffoxide entstehen hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen in Anlagen und Motoren und betreffen folglich auch den Schiffsverkehr.  © DPA

Die Messstation in dem von Fahrverboten bedrohten Kiel steht am viel befahrenen Theodor-Heuss-Ring. 2017 hatte das Jahresmittel dort 56 Mikrogramm betragen und im Jahr zuvor 65 Mikrogramm.

Einem solchen drohenden Fahrverbot will die Stadt Kiel auch mit technischer Hilfe entgegenwirken.

Am Mittwoch nächster Woche wird am Theodor-Heuss-Ring testweise der Prototyp einer mobilen Absauganlage aufgestellt.

Ob die Bemühungen ausreichnden und was getan werden kann, um langfristig eine bessere Qualität der Atemluft für alle Menschen im Norddeutschen Raum, bundesweit und in Europa zu erreichen, muss weiter debattiert werden.

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