0:5! HSV rotiert sich gegen Regensburg ins Desaster

Hamburg - Was für ein fußballerisches Desaster! Der HSV hat den erneuten Sprung auf Platz eins der Tabelle verpasst. Am Sonntag gingen die Rothosen im Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg überraschend mit 0:5 (0:3) unter.

Die Regensburger jubeln, nachdem Aaron Hunt (r) seinen Elfmeter nicht im Tor unterbringen konnte.
Die Regensburger jubeln, nachdem Aaron Hunt (r) seinen Elfmeter nicht im Tor unterbringen konnte.  © DPA

Regensburgs Sargis Adamyan offenbarte mit seinem Hattrick (11./21./35.) in der ersten Halbzeit einmal mehr die Schwächen des HSV in der Defensive. Jahn-Verteidiger Marcel Correia (53.) und Jann George (75.) machten die Katastrophe für die Hamburger perfekt. HSV-Kapitän Aaron Hunt vergab einen Elfmeter.

Cheftrainer Christian Titz hatte im Vorfeld der Partie angekündigt, in den Englischen Wochen stärker rotieren zu lassen. Gegen die Regensburger schickte der 47-Jährige gleich sechs neue Spieler aufs Feld.

Für David Bates, Vasilije Janjicic, Christoph Moritz, Josha Vagnoman, Khaled Narey und Pierre Michel-Lasogga standen Leo Lacroix, Matti Steinmann, Orel Mangala, Lewis Holtby, Tatsuya Ito und Hee-Chan Hwang in der Anfangsformation.

Der HSV bemühte sich im ersten Aufeinandertreffen beider Teams in einem Pflichtspiel um Dominanz. Doch bereits in der 11. Minute unterlief Julian Pollersbeck ein katastrophaler Schnitzer. Nach einem Rückpass verlor der HSV-Keeper den Ball an der Strafraumgrenze gegen Regensburgs Stürmer Sargis Adamyan.

Der zurückeilende Rick van Drongelen versuchte noch auf der Linie zu klären, konnte den Treffer durch den armenischen Nationalspieler aber nicht mehr verhindern.

Jubel auf Seiten der Regensburger: Adamyan trifft zum 1:0.
Jubel auf Seiten der Regensburger: Adamyan trifft zum 1:0.  © DPA

Der HSV investierte jetzt mehr in die Offensive, wurde aber nur zehn Minuten später erneut bestraft. Der von keinem Hamburger bedrängte Andreas Geipl steckte auf der linken Seite zu Adamyan durch, der auf Pollersbeck zusteuerte und den Ball im rechten Eck versenkte.

Wenn, dann kam der HSV ausschließlich über die linke Seite des starken Ito zu Chancen. In der 27. Minute setzte sich der Japaner auf dem Flügel durch und flankte den Ball in die Mitte, wo Mangala das Tor nur knapp verfehlte.

HSV-Trainer Christian Titz reagierte auf den frühen Rückstand und brachte bereits in der 32. Minute Khaled Narey für Matti Steinmann.

Doch nur zwei Minuten später traf der Jahn erneut. Nach einem Freistoß verlängerte Regensburgs Innenverteidiger Ansgar Sörensen den Ball vom langen Pfosten zu Adamyan, der unbedrängt zum 3:0 einköpfte.

Auffallend war die Linie von Schiedsrichter Manuel Gräfe, der viele harte Zweikämpfe ungeahndet ließ. In der 40. Minute entschied der Referee jedoch zugunsten des HSV auf Elfmeter.

Will nach seinem Elfmeter-Fehlschuss am liebsten im Boden versinken: HSV-Kapitän Aaron Hunt.
Will nach seinem Elfmeter-Fehlschuss am liebsten im Boden versinken: HSV-Kapitän Aaron Hunt.

Zuvor hatte Marcel Correia Aaron Hunt an der rechten Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Der Kapitän trat selbst an, scheiterte mit seinem schwachen Schuss aber am glänzend reagierenden Philipp Pentke im Tor der Regensburger.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit brachte Titz Edeljoker Lasogga für den unauffälligen Holtby. Doch besser wurde das Spiel für die Rothosen dadurch nicht. Im Gegenteil: Nur sieben Minuten später klingelte es erneut im HSV-Gehäuse. Nach einem Freistoß segelte der Ball in den Strafraum, wo Correia frei zum Abschluss kam und das 4:0 markierte.

Und es wurde noch Schlimmer: In der 75. Minute dribbelte sich SSV-Flügelspieler Jann George in den Strafraum und netzte gegen eine überfordert-wirkende HSV-Defensive zum 5:0 ein.

Die Hamburger versuchten eine Reaktion zu zeigen. Doch die körperlich robusten Jahn-Verteidiger und die viele Abspielfehler verhinderten Großchancen für den HSV.

Schiedsrichter Manuel Gräfe pfiff die Partie pünktlich ab. Viele HSV-Fans hatten da bereits das Stadion verlassen.


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