Hamsterkäufe wegen Coronavirus? Erste Regale in Läden sind bereits leer

Hamburg - Eigentlich gelten Norddeutsche als besonnen, doch diese Weisheit ist anscheinend mit der ersten Infektion mit dem Coronavirus in Hamburg hinfällig geworden.

In einem Hamburger Supermarkt ist das Regal mit Einweg-Wasserflaschen leergefegt.
In einem Hamburger Supermarkt ist das Regal mit Einweg-Wasserflaschen leergefegt.  © Blaulicht-News.de

Am Freitagmorgen wurde bekannt, dass bei einem Kinderarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde. Etwa 50 Kontaktpersonen werden nun untersucht und isoliert.

Der Virus könnte sich sonst weiter ausbreiten. Davor haben offenbar viele Menschen Angst.

Bereits am Donnerstag meldeten mehrere Apotheken in der Stadt, dass die Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel ausverkauft seien.

Eine übertriebene Reaktion, denn laut Robert-Koch-Institut (RKI) reiche normales Händewaschen mit Seife und Abstand zu Erkrankten völlig aus.

Im Gegenteil gebe es bisher keine Beweise für den sicheren Schutz durch Gesichtsmarken vor Ansteckung mit dem Coronavirus. Statt Desinfektionsmittel helfe ganz normale Seife.

Dennoch decken sich Menschen mit der Flüssigkeit ein. Offenbar ist es dabei zu ersten Hamsterkäufen in Hamburg gekommen.

In einigen Drogerien und Supermärkten sind bereits Regale mit Desinfektionsmitteln leer gefegt. In einem Geschäft sind sogar alle Einweg-Wasserflaschen ausverkauft.

Bundesweit ist es das gleiche Bild. Vor allem Nudeln, Konserven, Toilettenpapier und Desinfektionsmittel werden verstärkt nachgefragt, ergab eine Umfrage der dpa unter mehreren Handelsketten. Kurzfristig sei es dadurch in einigen Läden von Lidl, Aldi, Kaufland und Rewe zu Engpässen gekommen.

Die Unternehmen reagieren damit, dass sie die Entwicklung beobachten und Lagerbestände aufstocken. Der Handelsverband Deutschland (HDE) betonte, grundsätzlich seien die Lieferstrukturen im Handel "effizient und gut vorbereitet, sodass die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist".

Diesen Lebensmittel-Vorrat solltet Ihr Zuhause haben

Eine Kundin hat Desinfektionsmittel und Hygiene-Reinigungstücher in der Drogerie gekauft.
Eine Kundin hat Desinfektionsmittel und Hygiene-Reinigungstücher in der Drogerie gekauft.  © Blaulicht-News.de

Generell rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) seit Jahren zur Vorsorge für den Krisenfall. Dabei geht es um das richtige Handeln bei schwerem Unwetter, Feuer, Hochwasser oder Unfällen mit Gefahrenstoffen. Von Pandemien ist dagegen nicht die Rede.

Im Falle einer Katastrophe bestehe die Gefahr, dass Lebensmittel nur noch schwer zu bekommen seien. Das BKK rät daher für den Notfall einen ausreichenden Vorrat zu haben, mit dem zehn Tage ohne Einkauf überstanden werden können.

Das gehört pro Person in den 10-Tage-Vorrat:

  • 20 Liter Wasser/Getränke
  • 3,5 Kilogramm Getreide, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis
  • 4 Kilogramm Gemüse und Hülsenfrüchte
  • 2,5 Kilogramm Obst und Nüsse
  • 2,6 Kilogramm Milch und Milchprodukte
  • 1,5 Kilogramm Fisch, Fleisch, Eier bzw. Volleipulver
  • 0,357 Kilogramm Fette und Öle
  • Nach Belieben Zucker, Honig, Marmelade, Schokolade, Fertiggerichte, Mehl, Kekse, Salzstangen und weitere Snacks

Ihr könnt Euch dazu eine persönliche Checkliste herunterladen oder sie beim BBK bestellen. Im Fall einer Quarantäne wegen des Coronavirus dürfte die Liste an Aktualität gewinnen.

Titelfoto: Blaulicht-News.de


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