Grausamer Mord an Vierjährigem: Sektenanführerin nach 29 Jahren angeklagt

Angeklagte soll Vierjährigen grausam getötet habe.
Angeklagte soll Vierjährigen grausam getötet habe.  © 123RF/ Robyn Mackenzie

Hanau - 29 Jahre nach dem Tod eines kleinen Jungen in einer sektenähnlichen Gruppe in Hanau hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erhoben.

Im Mittelpunkt der langwierigen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft stehe eine 70-jährige Deutsche, die Anführerin der "sektenähnlichen Gemeinschaft" sei.

Sie soll verantwortlich sein für den Tod des Vierjährigen, der am 17. August 1988 starb. Ein genauer Prozess-Termin stehe jedoch noch nicht fest, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hanau, Oberstaatsanwalt Dominik Mies.

Der Angeklagten wird vorgeworfen, das ihr, von dessen Mutter in Obhut gegebene Kind, aus niedrigen Beweggründen grausam getötet zu haben. Die Angeschuldigte bezeichnete das Kind in der sektenähnlichen Gemeinschaft, in der sie lebt(e) und deren "Anführerin" sie war (und ist) unter anderem als "Schwein" und "Reinkarnation Hitlers" und und ging davon aus, dass er von "den Dunklen besessen" sei.

Der Junge wurde in einem über den Kopf zugeschnürten Leinensack im Badezimmer zum Schlafen gelegt. Sie habe das Kind seinem Schicksal überlassen, obwohl sie dessen intensiven und panischen Schreie gehört habe. Der Junge starb im Leinensack. In früheren Medienberichten hieß es, dass er an seinem Erbrochenen erstickt sei.

Um Informationen zur Todesursache zu bekommen, war die Leiche exhumiert worden. Zu den daraus gewonnenen Erkenntnissen wurden keine Angaben gemacht.

Nach Angaben von Mies habe die Sekte keinen religiösen Hintergrund, sondern habe sich mit "Traumdeutungen" beschäftigt.


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