Jungs, ihr seid die Geilsten! Deutschland ist Europameister

Kai Häfner war der überragende Mann des Finales.
Kai Häfner war der überragende Mann des Finales.

Von Tina Hofmann

Krakau - Diese Jungs sind einfach nur der Hammer! Was war das für ein perfektes Sportwochenende. Nach Grand-Slam-Sieger sind wir jetzt auch noch Handball-Europameister!

Die Jungs von Bundestrainer Dagur Sigurdsson machten am Sonntag das Wunder von Polen perfekt und zwangen in einem überragenden Finale die Spanier in die Knie. Die Mannschaft setzte sich mit 24:17 (10:6) durch.

Nach 2004 sicherte sich die DHB-Auswahl den zweiten Europameister-Titel in der Geschichte. Mit dem Triumph buchte das Team auch gleich das Ticket nach Rio de Janeiro zu den Olympischen Spielen im August.

Auch die Teilnahme an der WM 2017 in Frankreich ist gesichert. Einen Tag nach dem Australian-Open Sieg von Angelique Kerber haben die Sport-Fans also erneut richtig Grund zu feiern.

Das Team wird am Montag bei einem Empfang in Berlin an der Max-Schmeling-Halle frenetisch bejubelt werden.

Andreas Wolff zeigte im Tor erneut eine überragende Leistung.
Andreas Wolff zeigte im Tor erneut eine überragende Leistung.

Deutschland startete bärenstark in dieses EM-Finale. Die Männer in der Abwehr standen wie ein Fels in der Brandung, blockten die Angriffe der Spanier. Im Tor entschärfte Andreas Wolff die Würfe des Gegners.

"Da steht eine Mauer", sagte Stefan Kretzschmar in der Halbzeit.

Nach einer Viertelstunde hatten die Deutschen bereits mit 7:2 die Nase vorn, kassierten danach allerdings einige Zeitstrafen. Doch wie schon im gesamten Turnier behielten die Jungs die Nerven.

Nach einer sechsminütigen torlosen Phase gelang nach einer Auszeit von Trainer Dagur Sigurdsson das wichtige 9:5. Kurz vor der Pausensirene legte das Team das 10:6 nach.

Und was hat der Coach seinen Jungs nur in der Halbzeit erzählt? Das Team kam bärenstark aus der Kabine. "Hexer" Wolff hielt gleich zu Beginn drei Würfe der Spanier.

Es war von der ersten Minute an eine wahre Abwehrschlacht zwischen beiden Teams.
Es war von der ersten Minute an eine wahre Abwehrschlacht zwischen beiden Teams.

Tobias Reichmann, Hendrik Pekeler und Rune Dahmke sorgten für das 13:7 (36. Minute). Anschließend unterliefen dem jungen deutschen Team allerdings einige unnötige Ballverluste im Aufbauspiel, Spanien machte das 14:9 (42.).

Aber Kai Häfner hatte noch in der gleichen Minute die Antwort parat (15:9), Wolff entzauberte auf der Gegenseite zum wiederholten Male den Angriff der Spanier und Häfner traf erneut (16:9). Der Gegner nahm eine Auszeit.

Doch auch die brachte den eigentlichen Favoriten, gegen den Deutschland zum Turnierauftakt noch unterlag, nicht zurück ins Spiel. Im Gegenteil.

Das Sigurdsson-Team baute seine Führung aus, hatte sechs Minuten vor Schluss mit 22:13 die Nase vorn. Da konnte nicht mehr viel anbrennen.

Am Ende stürmten alle Spieler aufs Feld, lagen sich in den Armen und konnten das Wunder von Polen nicht fassen. Die Spieler, die seit Sonntag nun ganz Deutschland kennt, werden wohl selbst noch ein wenig brauchen, um diesen Triumph zu begreifen.

Fotos: dpa; imago


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