Handball-WM in Deutschland und Dänemark: Kader, Spielplan und Chancen unserer Jungs

Berlin - Applaus begleitet Uwe Gensheimer, als der Kapitän die deutschen Handballer auf das Parkett in der fast vollen Sporthalle im Berliner Sportforum führt.

DHB-Auswahl-Coach Christian Prokop beim öffentlichen Training am Dienstag in Berlin.
DHB-Auswahl-Coach Christian Prokop beim öffentlichen Training am Dienstag in Berlin.  © DPA

Die knapp 2000 Fans zücken ihre Handy-Kameras, danach wird jeder Spieler der DHB-Auswahl lautstark gefeiert. "Das ist ein unglaublich toller Empfang. Wir spüren eine riesige Handball-Euphorie", sagt DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Dabei hat die WM noch gar nicht begonnen. 48 Stunden vor dem Eröffnungsspiel gegen Korea gibt das öffentliche Training am Dienstagabend aber schon einen Vorgeschmack auf die Stimmung, die das Team von Bundestrainer Christian Prokop durch die Endrunde in Deutschland und Dänemark tragen soll. "Das war ganz, ganz toll", sagt Gensheimer.

"Die Jungs haben sich darauf gefreut. Es kommt ja nicht jeden Tag vor, dass sie vor Publikum trainieren", sagt Teammanager Oliver Roggisch und bedankt sich bei den Fans: "Sensationell, dass ihr da seid. Ganz stark."

Martin Strobel (am Ball) vor zahlreichen Zuschauern am Dienstag in Berlin.
Martin Strobel (am Ball) vor zahlreichen Zuschauern am Dienstag in Berlin.  © DPA

Nach einem freien Tag haben sich die 16 Auserwählten des Bundestrainers am frühen Nachmittag im Berliner Teamhotel getroffen. "Wir fühlen uns gut", berichtet Gensheimer. Und Rückraumspieler Paul Drux ergänzt: "Die Stimmung in der Mannschaft ist ausgezeichnet. Wenn man sieht, dass 2000 Leute hierher kommen, um das Training anzuschauen und uns anzufeuern, weckt das Vorfreude."

Die ist auch beim Bundestrainer spürbar. "Wir haben ein halbes Jahr darauf hingearbeitet. Wir freuen uns auf Donnerstag", sagt Prokop mit Blick auf das WM-Opening. "Man merkt, dass es jetzt anfängt zu kribbeln", bestätigt Roggisch. "Es kann losgehen."

Alles andere als ein Auftaktsieg ist für den Weltmeister von 2007 kein Thema: "Wir spielen gegen einen Gegner, den wir klar schlagen müssen. Wir wollen die Zuschauer von der ersten Minute an mitnehmen und Selbstvertrauen tanken für die schweren Aufgaben."

Bei der knapp einstündigen Übungseinheit sind alle Spieler mit Spaß bei der Sache. Immer wieder beklatschen die Zuschauer, die zwei Euro Eintritt für einen guten Zweck bezahlt haben, gelungene Aktionen von Gensheimer & Co. "Das ist eine schöne Situation für die Mannschaft, weil man langsam begreift, was auf uns zukommt", kommentiert DHB-Vizepräsident Bob Hanning die gute Laune auf den Tribünen. "Von daher ist es ein kleiner Probelauf."

Am Ende nehmen sich die DHB-Stars noch Zeit für die Fans und schreiben fleißig Autogramme. "Wir öffnen uns und zeigen, dass wir da sind. Gerade für Kinder und Jugendliche ist es eine tolle Möglichkeit, die Nationalspieler ganz nah zu erleben und Autogrammwünsche erfüllt zu bekommen", erklärt der wie seine Spieler von den Fans dicht umlagerte Prokop.

Bei der WM erhoffen sich alle eine ähnliche Euphorie. Sportvorstand Kromer verlässt die Halle mit einem guten Gefühl: "Wir haben eine Mannschaft, die seit Wochen nur ein Ziel kennt: Den Handball mit erfolgreichen Spielen nach vorn zu bringen."

Das ist der DHB-Kader

Handball-Bundestrainer Christian Prokop hat seinen Kader für das Heim-Turnier um zwei Spieler reduziert. Durch den Verzicht auf Tobias Reichmann und Tim Suton steht das 16 Spieler umfassende Aufgebot für das WM-Eröffnungsspiel am Donnerstag gegen Korea.

Andreas Wolff (THW Kiel/Tor): Nummer 33

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Silvio Heinevetter (Füchse Berlin/Tor): Nummer 12

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Uwe Gensheimer (Paris Saint-Germain/Linskaußen): Nummer 3

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Matthias Musche (SC Magdeburg/Linksaußen): Nummer 37

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Steffen Fäth (Rhein-Neckar Löwen/Rückraum links): Nummer 23

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Finn Lemke (MT Melsungen/Rückraum links): Nummer 6

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Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf/Rückraum links): Nummer 38

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Paul Drux (Füchse Berlin/Rückraum links): Nummer 95

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Matin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten/Rückraum mitte): Nummer 19

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Fabian Wiede (Füchse Berlin/Rückraum mitte): Nummer 10

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Steffen Weinhold (THW Kiel/Rückraum rechts): Nummer 17

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Franz Semper (DHfK Leipzig/Rückraum rechts): Nummer 32

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Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen/Rechtsaußen): Nummer 24

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Patrick Wiencek (THW Kiel/Kreis): Nummer 7

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Hendrik Pekeler (THW Kiel/Kreis): Nummer 13

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Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen/Kreis): Nummer 48

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Der Spielplan der Deutschen Mannschaft mit TV-Terminen

Die Jungs sollen es ab Donnerstag reißen: Die DHB-Auswahl für die WM im eigenen Land.
Die Jungs sollen es ab Donnerstag reißen: Die DHB-Auswahl für die WM im eigenen Land.  © DPA

Die Deutsche Mannschaft spielt in Gruppe A am Standort Berlin. Die Gruppe besteht inklusive Deutschland aus sechs Mannschaften. Gegner von Donnerstag an sind Korea, Brasilien, Russland, Frankreich und Serbien.

1. Spieltag:

Donnerstag, 10.01.2019: Korea - Deutschland (18.15, ZDF)

2. Spieltag:

Samstag, 12.01.2019: Deutschland - Brasilien (18.15, ZDF)

3. Spieltag:

Montag, 14.01.2019: Russland - Deutschland (18 Uhr, ARD)

4. Spieltag:

Dienstag, 15.01.2019: Deutschland - Frankreich (20.30 Uhr, ZDF)

5. Spieltag:

Donnerstag, 17.01.2019: Deutschland - Serbien (18 Uhr, ARD)

ARD und ZDF werden alle WM-Spiele der deutschen Mannschaft live übertragen. Das ZDF wird unter anderem das WM-Eröffnungsspiel der deutschen Mannschaft am 10. Januar gegen Korea zeigen. Die ARD steigt am 14. Januar mit der Partie gegen Russland in die Live-Berichterstattung ein. Auch ein Halbfinale mit deutscher Beteiligung wäre im Ersten zu sehen. Das Endspiel am 27. Januar wird vom ZDF gezeigt.

Zudem wird der Internetanbieter Sportdeutschland.TV nach eigenen Angaben alle 96 Spiele der Titelkämpfe in Deutschland und Dänemark live zeigen. Für die Partien der deutschen Mannschaft, die im Ersten und Zweiten kostenlos laufen, muss dort allerdings eine Gebühr gezahlt werden. Zudem sind bei Eurosport bis zu 15 Spiele ohne deutsche Beteiligung live zu sehen.

Der Modus der Handball-WM in Deutschland und Dänemark

In vier Vorrundengruppen mit jeweils sechs Teams geht es zunächst um den Einzug in die Hauptrunde. Die drei besten Nationen kommen jeweils weiter und nehmen ihre Punkte und das Torverhältnis aus den Spielen gegen die zwei ebenfalls für die Hauptrunde qualifizierten Teams mit. Statt mit K.o.-Spielen wie noch vor zwei Jahren, als die DHB-Auswahl im Achtelfinale an Katar scheiterte, geht es in zwei Hauptrundengruppen à sechs Mannschaften weiter. Die zwei besten Teams jeder Gruppe erreichen das Halbfinale, die dortigen Sieger spielen im Finale um Gold.

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Austragungsorte der Handball-WM

Für die vier Vorrundengruppen gibt es vier Spielorte: In Deutschland sind das München mit Europameister Spanien und Berlin mit Gastgeber Deutschland. In Dänemark wird in Herning und in Kopenhagen gespielt. Die deutsche Mannschaft würde beim Einzug in die Hauptrunde nach Köln weiterreisen. Die Partien der zweiten Hauptrundengruppe werden in Herning ausgetragen. Die Halbfinals steigen in Hamburg, das Endspiel und die Platzierungsspiele bis Rang sieben in Herning.

Wer sind die Favoriten bei der Handball-WM?

Titelverteidiger Frankreich zählt auch ohne seinen verletzten Superstar Nikola Karabatic zu den heißesten Anwärtern auf den Titel. Auch Europameister Spanien rechnet sich etwas aus. Ansonsten werden Schweden, Norwegen, Dänemark oder Kroatien gute Chancen eingeräumt. Die deutsche Mannschaft zählt aufgrund ihrer schwachen Auftritte bei den letzten Turnieren derzeit nicht zur Weltspitze, allerdings könnte der Heimvorteil zu einem spielentscheidenden Faktor werden.

Die Stars der Handball-WM

Mit Karabatic fehlt eine der schillerndsten Figuren des Welthandballs. Aber auch ohne den Franzosen sind jede Menge Stars dabei: Dänemarks Mikkel Hansen zählt genauso dazu wie etwa der Kroate Domagoj Duvnjak vom THW Kiel. Auch der junge Norweger Sander Sagosen, wie Hansen Teamkollege von DHB-Kapitän Uwe Gensheimer beim französischen Topclub Paris St. Germain, dürfte erneut Akzente setzen.


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