Handel in Not! Demos machen Adventsgeschäft kaputt

Nadine Strauß (38), Center-Managerin der Altmarkt-Galerie (li.) und Citymanager Jürgen Wolf (53)
Nadine Strauß (38), Center-Managerin der Altmarkt-Galerie (li.) und Citymanager Jürgen Wolf (53)

Von Eric Hofmann

Dresden - Durch Demos wird die City nun immer montags lahmgelegt. Der Unmut bei Handel und Tourismus wächst. Die Innenstadt ist für alle da!

Fast 9000 Demonstranten aus allen Lagern, 500 Polizeibeamte, Jagdszenen und Parolenrufe: Die Demonstrationen von PEGIDA („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) und die Gegenproteste lähmen Montag für Montag die Innenstadt.

Das sorgt für zunehmenden Unmut!

Johannes Lohmeyer (50), Chef vom Dresdner Tourismusverband
Johannes Lohmeyer (50), Chef vom Dresdner Tourismusverband
  • Dauerdemos sind auch nicht sehr attraktiv für Gäste der Stadt, weiß Johannes Lohmeyer (50), Chef vom Dresdner Tourismusverband: „Das gehört mit Sicherheit nicht zu den imagefördernden Maßnahmen. Aber es gibt eben ein Demonstrationsrecht.“

  • Keine Straßenbahn, keine Kunden: „In den letzten Wochen bemerkten wir das deutlich“, sagt Nadine Strauß (38), Center-Managerin der Altmarkt-Galerie.

    „Ab 17.30 Uhr kamen deutlich weniger Kunden, das macht sich auch im Umsatz bemerkbar.“ Dabei ist das Weihnachtsgeschäft das wichtigste. „Ich hoffe, dass die Verantwortlichen jetzt schnell reagieren.
Heiko Meyer (51), Wurstverkäufer vom Striezelmarkt
Heiko Meyer (51), Wurstverkäufer vom Striezelmarkt
  • Citymanager Jürgen Wolf (53) kennt die Geschäftsleute der Innenstadt und ihre Sorgen: „Das findet niemand toll“, sagt er. „Am liebsten wäre es allen, wenn diese Demos am Stadtrand stattfinden würden.
  • Dresdens Marketing-Chefin Bettina Bunge (46) befürchtet gar einen Image-Schaden: „Wir Dresdner werden in der Welt als sehr gastfreundlich wahrgenommen“, sagt sie. „Dieser Ruf darf nicht durch Demonstrationen geschädigt werden, die im Verdacht stehen fremdenfeindlich zu sein.“
  • Für Heiko Meyer (51), Wurstverkäufer vom Striezelmarkt und Inhaber des „Altmarktkellers“, sind die Demos nervig: „Eine Mitarbeiterin von mir musste sechs Kilometer nach Hause laufen. Und manche Gäste standen im Stau. Aber solange es friedlich bleibt, ist es noch erträglich.“
Demonstrationen, die laut Tourismus und Handel das Bild Dresdens trüben.
Demonstrationen, die laut Tourismus und Handel das Bild Dresdens trüben.

Und das setzt die Regeln für Verbote und Auflagen ziemlich hoch.

„Beschränkungen dürfen nur dann erfolgen, wenn die öffentliche Ordnung unmittelbar gefährdet ist“, sagt Rathaussprecher Kai Schulz (40).

Für den nächsten Montag war bis gestern noch keine Demo angemeldet.

Die PEGIDA hat ihre Anhänger aber bereits eingeladen, Montag die Innenstadt wieder zu verstopfen ...

Wie tickt eigentlich der Mann...

PEGIDA-Erfinder Lutz Bachmann (41)
PEGIDA-Erfinder Lutz Bachmann (41)

...der vor 7500 Menschen die Abschiebung von kriminellen Zuwandern fordert?

Ein Bericht der „Sächsischen Zeitung“ zeigt, dass PEGIDA-Erfinder Lutz Bachmann (41) seinen geäußerten moralischen Ansprüchen selbst nicht ganz entspricht:

  • 16 Mal brach er in Dresden und Umgebung ein, wurde deshalb zu drei Jahren verurteilt.
  • Wegen Fahrens ohne Führerschein kamen nochmal acht Monate hinzu.
  • Doch Bachmann floh nach Südafrika, kam erst zurück, als er dort aufgeflogen war und die Abschiebung drohte.
  • Zwei Jahre saß er dann im Dresdner Knast ab, wurde wegen guter Führung entlassen.
  • 2009 wurde er wieder straffällig, die Polizei erwischte ihn einmal mit 54, ein anderes Mal mit 40 Gramm Kokain - zwei Jahre auf Bewährung.
  • Außerdem verstößt er gegen die Unterhaltspflicht gegenüber seines Sohnes, so die SZ.

Einen Kommentar wollte Bachmann der MOPO dazu gestern nicht geben, räumte aber bei Facebook den Großteil der Vorwürfe ein.

Fotos: Weihs, Türpe, Hentschel


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