Zollstreit zwischen USA und EU: Was teurer wird, welche Jobs in Gefahr sind

Washington / Brüssel – Unternehmen aus der Europäischen Union müssen künftig Strafzölle auf Exporte von Stahl und Aluminium in die USA zahlen. Das gab US-Wirtschaftsminister Wilbur Ross am Donnerstag in einer Telefonkonferenz bekannt.

US-Präsident Donald Trump erließ den Export von Aluminium und Stahl in die USA Strafzölle gegen die EU, Mexiko und Kanada.
US-Präsident Donald Trump erließ den Export von Aluminium und Stahl in die USA Strafzölle gegen die EU, Mexiko und Kanada.  © DPA

Die Europäer hatten seit Monaten mit Washington über die angekündigten Zölle von 25 Prozent auf Einfuhren von Stahlprodukten und zehn Prozent auf Aluminium gestritten.

Die EU wollte sich nicht erpressen lassen und verlangte, von den Zöllen bedingungslos und unbefristet ausgenommen zu werden. Erst dann sollte über mögliche Handelserleichterungen für die US-Wirtschaft gesprochen werden. Dazu sagte Ross: "Wir waren nicht bereit, diese Bedingung zu erfüllen."

Die USA stellten als Alternative für die Zölle Ausfuhrobergrenzen zur Debatte. Dies hätte nach Berechnungen des US-Handelsministeriums den gleichen Effekt auf die angestrebte höhere Auslastung der US-Stahlindustrie wie die Strafzölle.

Brüssel hatte zugleich angekündigt, auf Zollerhebungen zu reagieren und ihrerseits Zölle auf US-Produkte zu erheben.

Das bedeutet der Zollstreit für uns

Container werden von einem Containerschiff entladen. Unternehmen aus den EU-Ländern müssen künftig Strafzölle auf Exporte von Stahl und Aluminium in die USA zahlen.
Container werden von einem Containerschiff entladen. Unternehmen aus den EU-Ländern müssen künftig Strafzölle auf Exporte von Stahl und Aluminium in die USA zahlen.  © DPA

Die EU hat eine Liste erarbeitet, auf der US-Produkte stehen, die als "Vergeltung" mit Einfuhrzöllen belegt werden können. Passiert dies, würden diese dementsprechend bei uns teurer werden:

  • Motorräder (z. B. Harley-Davison),
  • Whiskey (z. B. Jack Daniels)
  • Kosmetikprodukte,
  • Kleidung (z. B. Levis),
  • Hunderte Produkte, die aus Stahl hergestellt werden, wie Leitern, Heizlüfter, Grille
  • Landwirtschaftliche Produkte (Kidneybohnen, Mais, O-Saft, Erdnussbutter).

Trump brachte wiederum aufgrund der harten EU-Reaktion Einfuhrzölle von bis zu 25 Prozent auf Autos ins Spiel. Das würde die EU, im Unterschied zu den Stahlzöllen deutlich härter treffen. Aktuell wären von dauerhaften Zöllen auf Alu- und Stahlprodukte natürlich die Jobs in der Metall-Branche bedroht.

Sollte es aber zu einer Eskalation kommen, bei der immer weitere Zölle erhoben werden, dürfte sich dies zu einer deutlich Senkung des Wirtschaftswachstums führen. Außerdem hängen in Deutschland 30 Prozent der Arbeitsplätze an der Exportwirtschaft. Ein Handelskrieg mit den USA könnte bis zu drei Millionen Arbeitsplätze gefährden, erklärte Volkswirtschaftler Prof. Hörst Löchel gegenüber der Bild.

Der Arbeitgeberverband BDA sieht in der Zoll-Entscheidung der USA eine "Zäsur" im transatlantischen Handel. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer erklärte am Donnerstag in Berlin.

Die EU müsse nun die Chance ergreifen, sich als starker und selbstbewusster Wirtschaftsraum neu aufzustellen. "Insofern ist es folgerichtig, dass die EU zum Beispiel mit Australien und Neuseeland in den kommenden Jahren umfassende Freihandelsabkommen abschließen möchte."

Aus dieser Grafik geht hervor, dass zumindest der Export von Stahl aus der EU in die USA keine herausragende Bedeutung hat.
Aus dieser Grafik geht hervor, dass zumindest der Export von Stahl aus der EU in die USA keine herausragende Bedeutung hat.  © DPA

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