Behörde engagiert Elfenbeauftragte, um Unfälle auf Autobahn zu verhindern

Hannover (Niedersachsen) - Es verursachte dem Steuerzahler keinerlei Kosten und sorgt jetzt doch für mächtig Ärger auf allen Seiten: Die Landesstraßenbaubehörde Hannover und die Elfenbeauftragte Melanie R. (48) arbeiteten zusammen, um weitere Unfälle auf der A2 zu verhindern.

Unfall auf der A2 im Juli.
Unfall auf der A2 im Juli.  © Julian Stratenschulte/dpa

Der Chef der Landesstraßenbaubehörde Hannover, Friedhelm Fischer, bestätigte kürzlich gegenüber der "HAZ" den Einsatz der spirituellen Elfenbeauftragten Melanie R. und ihrer Freundin Marion L.:

"Wir sind eine offene Behörde, die allen Bürgern gerecht werden möchte und viele Aktivitäten unterstützt", rechtfertigte er die Aktion, die im Juni stattfand. Der Behördenchef bezeichnete sich als wissenschaftlich-skeptischen Typ und sagte: "Ich könnte so etwas nicht, aber wenn die Frauen glauben, mit ihren Kräften etwas bewirken zu können, unterstützen wir das."

Beide Damen hätten keine Kosten verursacht und fuhren mit einem Lastwagen der Autobahnmeisterei Braunschweig mit, begleitet von zwei Mitarbeitern der Behörde.

Trotzdem musste Friedhelm Fischer jetzt zum Rapport, weil das niedersächsische Verkehrsministerium einschritt, berichtet "BILD". Ministeriumssprecher Eike Frenzel sagte zu "BILD": "Man hat sich darauf verständigt, dass es solche Vorfälle in Zukunft nicht mehr geben wird."

Die Elfenbeauftragte Melanie R. zeigt sich auf ihrer Website enttäuscht

Polizei im Einsatz auf der A2.
Polizei im Einsatz auf der A2.  © Julian Stratenschulte/dpa

Auch die Elfenbeauftragte Melanie R. zeigt sich mittlerweile enttäuscht und schreibt auf der Startseite ihrer Website über den Einsatz auf der A2:

"Unsere Absicht war es, der Natur, den Menschen, den Tieren und allen unsichtbaren Wesen zu helfen. Was jetzt gerade passiert, ist reine Sensationslust. Daran haben wir kein Interesse und nehmen Abstand. Unsere Arbeit basiert auf dem Niveau der Liebe, des Respekts und der Achtsamkeit."

Vielleicht war Melanie R. auch einfach nur enttäuscht, weil es auf der Autobahn 2 nach ihrem Einsatz weiterhin schwere Unfälle gab. Laut "HAZ" hatte sie dort Strecken "energetisch versiegelt". Davon schienen sich die Naturgeister, Elementar- und Erdwesen mit denen Melanie R. auf der Autobahn in Kontakt getreten war nicht beeindrucken zu lassen.

Ihre Mission mit den Elfen, Zwergen und Trollen im Einklang zu leben, scheiterte allem Anschein nach - zumindest in diesem Fall. Behördenchef Fischer war nach dem Rapport übrigens zu keinem Gespräch mehr bereit.