Clan-Mitglied von Polizei im Krankenhaus bewacht: Nun muss er ausreisen

Hannover - Das in Hannover behandelte mutmaßliche Clan-Mitglied soll aus Deutschland ausgewiesen werden.

Ein Polizeifahrzeug steht vor der Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Ein Polizeifahrzeug steht vor der Medizinische Hochschule Hannover (MHH)  © Julian Stratenschulte/dpa

Der Schwerverletzte aus Montenegro sei verpflichtet, die Bundesrepublik sofort zu verlassen, teilte das niedersächsische Innenministerium am Donnerstag mit. Die Stadt Hannover habe dem Mann "auf Bitten und in enger Abstimmung" mit dem Ministerium am Mittwochabend eine entsprechende Verfügung zugestellt.

Dabei sei "die sofortige Vollziehbarkeit der Verfügung" angeordnet worden. Vom Anwalt des Mannes gab es hierzu zunächst keine Stellungnahme.

Um den Aufenthalt des Montenegriners, der seit Tagen von zahlreichen Polizisten in der Klinik bewacht wird, hatte es heftigen Streit gegeben. Der Steuerzahlerbund verlangt etwa, die immensen Kosten für den Einsatz dem Privatpatienten beziehungsweise seiner "Clan-Familie" in Rechnung zu stellen.

Auch die Ehefrau des 35-Jährigen, die in einem Hotel in der Nähe wohnt, wurde dem Vernehmen nach bewacht. Abgeordnete in Hannover verlangten Aufklärung von der rot-schwarzen Landesregierung. Selbst vom Verdacht der Geldwäsche war die Rede.

Polizeischutz geht vorerst weiter

Dutzende Beamte schützten den Mann.
Dutzende Beamte schützten den Mann.  © Julian Stratenschulte/dpa

"Der Ausländer ist verpflichtet, das Bundesgebiet umgehend zu verlassen", hieß es nun aus dem Innenministerium.

"Die Ausweisungsverfügung wurde notwendig, da von dem Aufenthalt des Patienten in der MHH eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht." Sollte der Mann nicht freiwillig ausreisen, werde er abgeschoben.

Die Polizei schützt das mutmaßliche Clan-Mitglied aus Montenegro auch nach dem Ausweisungsbeschluss weiter. Grund sei die fortbestehende Gefährdung, teilte die Polizeidirektion Hannover am Donnerstag mit.

An der MHH hatten sich seit Tagen Szenen wie aus einem Kinothriller abgespielt. Der Patient soll in eine blutige Clan-Fehde um Drogengeschäfte verwickelt sein.

Am 7. Februar war das mutmaßliche Mafia-Mitglied aus Montenegro eingeflogen, um seine Ende Januar erlittenen Schussverletzungen behandeln zu lassen.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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