Polizei gelingt Schlag gegen Schleuserring

Hannover - Immer mehr Flüchtlinge suchen den Weg nach Deutschland per Flugzeug. Nun ist der Polizei in Hannover ein Schlag gegen Schleuser gelungen.

Bei Passkontrollen am Flughafen haben Beamte falsche Dokumente ausfindig gemacht.
Bei Passkontrollen am Flughafen haben Beamte falsche Dokumente ausfindig gemacht.  © DPA

Seit Anfang November haben Beamte Wohnungen im Kreis Holzminden und Thüringen durchsucht. Dabei wurden vier Verdächtige festgenommen.

Sie sollen zehn Frauen und Männer aus Syrien von der griechischen Insel Rhodos aus an verschiedenen deutsche Flughäfen geschleust haben, teilte die Bundespolizei in Hannover am Freitag mit.

Bei stichpunktartigen Kontrollen war den Beamten aufgefallen, dass die Einreise-Dokumente mehrfach auf andere Personen ausgestellt waren.

Die Syrer sollen jeweils zwischen 1.500 und 2.000 Euro für ihre Einreise bezahlt haben. Vermehrt wurden die Flughäfen Hannover, Leipzig, Hamburg und München genutzt, teilte die Polizei mit.

Bei den Durchsuchungen in den vergangenen Wochen beschlagnahmte die Polizei umfangreiches Beweismaterial und mehrere Tausend Euro Schleuserlohn.

Viele Flüchtlinge kommen mit dem Boot nach Europa, um dann auf anderen Wegen in andere Länder zu gelangen.
Viele Flüchtlinge kommen mit dem Boot nach Europa, um dann auf anderen Wegen in andere Länder zu gelangen.  © DPA

Die Bundespolizei ermittelt schon seit Oktober im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hildesheim gegen die Bande.

Drei Verdächtige sitzen bereits in Untersuchungshaft, zwei räumten die Vorwürfe ein. Ein weiterer sei mittlerweile wieder auf freiem Fuß, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Die Fahnder vermuten, dass sie im Laufe ihrer Ermittlungen noch weitere Mitglieder der Organisation enttarnen werden.

Wie aus einer Statistik der "Grenzpolizeiliche Unterstützungsbeamte Ausland" zu lesen ist, wurden 2017 an griechischen Flughäfen rund 1.600 Ausweismissbräuche in andere EU-Staaten festgestellt, davon alleine rund 1.400 nach Deutschland.

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