Promis fordern: "Schluss mit dem Gender-Unfug!"

Von Björn Strauss

Hannover - Gendern wir mal!? An der deutschen Sprache wird seit Jahren rumgedoktort. Die Frage steht im Raum: Wie sieht geschlechtergerechte deutsche Sprache aus? Hier ein Gendersternchen, dort ein Binnen-I und erst das generische Maskulinum - wo soll das end*innen?

*Der Sprachverein VDS gegen das Gendern.*
*Der Sprachverein VDS gegen das Gendern.*  © Facebook/VDS

"Schluss mit dem Gender-Unfug!", so lautet knallhart die Überschrift vom "Verein Deutsche Sprache" (VDS). 100 Erstunterzeichner*Innen aus Wissenschaft und Kultur engagieren sich gegen eine "geschlechtsneutrale Sprache".

Laut diesem Aufruf beruhe die so genannte "gendergerechte" Sprache auf einem "General-Irrtum". Sprachwissenschaftlich zumindest bestehe zwischen natürlichem und dem grammatischen Geschlecht kein fester Zusammenhang.

Schließlich entwickelt sich Sprache im Miteinander - natürlich und über lange Zeiträume hinweg.

Außerdem erzeuge Gendern eine Fülle "lächerlicher Sprachgebilde". Auch sei eine so künstlich erzeugte Sprache leblos, und sie sei nicht konsequent durchzuhalten. Das ist die Meinung der Initiatoren dieses Aufrufs.

Auf Facebook heißt es vom VDS: "Dieter Hallervorden, Dieter Nuhr, Bastian Sick, Günter Kunert, Reiner Kunze, Peter Hahne, Wolf Schneider, Cora Stephan, Josef Kraus, Monika Maron, Sibylle Lewitscharoff, Arno Surminski, Prinz Asfa-Wossen Asserate, Edda Moser sowie viele Professorinnen und Professoren für Germanistik und Sprachwissenschaften weisen auf die Unsinnigkeit und Gefährlichkeit des Genderismus hin."

Sprache dürfe kein Spielball politischer Interessen werden

Wolf Schneider ist ebenso ein Unterzeichner.
Wolf Schneider ist ebenso ein Unterzeichner.  © DPA

An Deutlichkeit lässt die Petition nichts zu wünschen übrig:

"Nach über zwanzig Jahren Geschlechter-Gleichstellung (Gender Mainstreaming) werden die Vorstöße der Gender-Lobby immer dreister. Wir verbitten uns den Eingriff von oben in unsere Sprache. Die staatlich verordnete Indoktrinierung darf nicht Schule machen."

"Wir wollen uns nicht an den Gender-Neusprech gewöhnen."

Daher werden alle Mitbürger aufgefordert, aktiv dagegen zu protestieren und entsprechende Richtlinien, Verordnungen und Vorschriften scharf zurückzuweisen.

Steuergelder sollen nicht verschwendet werden: Denn der Bund solle (lieber) mit den Milliarden-Etats, die dem unsäglichen Gender-Mainstreaming zufließen, "die Zivilgesellschaft stärken und in gemeinschaftsstiftende Projekte investieren".

"Luftpiratinnen" und "Idiotinnen" sind schon im >> Duden gelandet... "Schaffner*innen" sollen folgen. Da lachen nicht nur die Hühner*Innen! Eine solche Sprache leiste keinerlei Beitrag, um eine Besserstellung der Frau in der Gesellschaft zu gewährleisten.

Ein Stern*chen* innerhalb von Wörtern schafft es nicht nämlich nicht, dass Gerechtigkeit zwischen Männern und Frauen entsteht - das schaffen nur Menschen selbst.

"Wir haben die Faxen dicke! Gendersprache spaltet Worte, Gemüter, unser Sprachhandeln, und letztlich die Gesellschaft: Beim Aussprechen der verque(e)ren Wortungetüme sollen wir kurz innehalten, um die Geschlechterkluft (Gender-Gap) hörbar zu machen. Das ist ein tiefer Eingriff in Köpfe, Körper, Persönlichkeitsrechte und gewachsene soziale Kommunikationsstrukturen!", macht sich der Verein Luft*innen nach außen!

>>> Hier kannst Du gegen den Gender-Wahn unterschreiben.

Die Ausführungen der Autorinnen zu Gendersternchen, Binnen-I und generischem Maskulinum münden in zwei verschiedene Standpunkte. Einig aber sind sich Wizorek und Lühmann, dass die Debatte nottut, und sie führen diese sehr konkret: Ein Pro- und ein Kontrastrang ziehen sich durch das gesamte Buch, das man entweder zweimal oder zweigleisig lesen kann.


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