Wer ist der Mann, der in Hannover zwei Menschen erstochen haben soll?

Die Tür zum Zimmer von Mullham D. (25) bleibt versiegelt. (Symbolbild).
Die Tür zum Zimmer von Mullham D. (25) bleibt versiegelt. (Symbolbild).  © DPA

Hannover - Drei Tage, zwei grausame Mordfälle. Hannover wird derzeit erschüttert von den Taten eines Messerstechers. Der Täter? Mullham D. (25), Student aus Syrien. Das vermutet zumindest die Kripo.

Was ist geschehen?

Am Ostersamstag steigt die 27-jährige Melissa S. in der Hannoveraner Südstadt aus der Stadtbahn. Wenige Straßen weiter wird sie mit einem Messer attackiert, erliegt im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen (TAG24 berichtete). Später zeigen Aufnahmen einer Überwachungskamera, einen jungen Mann, der mit ihr aussteigt und ihr zu folgen scheint.

Drei Tage später, Dienstag: Im Stadtteil Kleefeld kommt es auf einer Grünanlage zur Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Männern. Für einen von ihnen endet diese tödlich: Yahua A. (23) stirbt ebenfalls im Klinikum an seinen schweren Stichverletzungen. Der Täter flieht.

Noch am selben Abend können die Polizisten ihn festnehmen. Bei Mullham D. (25) klicken im Zimmer 143, Studentenheim Heidjerhof, die Handschellen.

Die Polizei vermutet, dass der syrische Student zwei junge Menschenleben auf dem Gewissen hat.
Die Polizei vermutet, dass der syrische Student zwei junge Menschenleben auf dem Gewissen hat.  © DPA

Wer ist dieser Mann, der offenbar zwei unschuldige Menschen ermordete?

Wie die HAZ erfahren hat, kam Mullham D. 2014 als Flüchtling aus Syrien nach Deutschland. Eigentlich klingt seine Geschichte wie die einer absolut gelungenen Integration.

Nach nur einem Jahr beginnt er ein Studium der Elektrotechnik, zieht von der Asylunterkunft in ein Wohnheim.

Doch dann werden seine Noten schlechter, er fällt durch Prüfungen, wird exmatrikuliert. Seiner Mutter in Damaskus teilt er mit, sich umbringen zu wollen. Verzweifelt vor Sorge um ihren Sohn, kontaktiert sie seinen besten Freund Yahua A. Der will helfen - und wird von Mullham erstochen.

Warum sollte er auch Melissa S. auf dem Gewissen haben?

Bisher geht die Polizei davon aus, dass sich die 27-Jährige einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort befand, spricht von einer Zufallstat.

Die Indizien gegen Mullham D. verdichten sich. Als die Polizei den 25-Jährigen nach seinem mutmaßlich zweiten Mord festnimmt, erkennen die Beamten den Syrer wieder. Er ist der Mann auf der Videoaufnahme der Stadtbahn-Haltestelle, an der auch Melissa ausstieg.

Zwei Tage später wird sein Zimmer im Wohnheim erneut durchsucht, man erhofft sich, Beweise zu finden. Und tatsächlich. Die Spurensicherung stellt genau die Kleidungsstücke sicher, die er am Ostersamstag trug, an jenem Abend, an dem Melissa sterben musste.

Laut HAZ waren diese blutverschmiert.

Zu Hundert Prozent bestätigt ist dies jedoch noch nicht. "Wir konnten bislang überhaupt keine Beziehung zwischen der 27-Jährigen und dem mutmaßlichen Täter feststellen – die beiden kannten sich offenbar nicht."

"Die kriminaltechnischen Untersuchungen der Kleidungsstücke sind noch nicht abgeschlossen, es liegen noch keine Ergebnisse vor", so der Oberstaatsanwalt.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0