Sie filmen, wenn Unfallopfer um ihr Leben kämpfen: Immer mehr dreiste Gaffer!

Hannover – Wenn andere um ihr Leben kämpfen, belästigen sie die Einsatzkräfte: Polizei und Rettungskräfte in Niedersachsen sind an Unfallstellen immer häufiger mit Gaffern konfrontiert.

Mobile Sichtschutzwände sollen gegen Gaffer helfen. (Symbolbild)
Mobile Sichtschutzwände sollen gegen Gaffer helfen. (Symbolbild)  © dpa/Markus Scholz

Zählte die Kriminalstatistik landesweit 2017 noch 747 Fälle, waren es im vergangenen Jahr schon 857.

Wer an Unfallorten filmt oder Fotos macht, verletzt den höchstpersönlichen Lebensbereich der Betroffenen und macht sich strafbar.

Das Vergehen kann seit 2014 mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Vor allem Beamte, die auf den Autobahnen im Einsatz sind, berichteten immer wieder von Schaulustigen, die nach Unfällen Fotos machen oder filmen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover.

Um Unfallopfer vor neugierigen Blicken zu schützen, hat Mitte Juni ein Test mit mobilen Sichtschutzzäunen an der A2 und A7 begonnen.

Die Zäune verhindern auch von langsam fahrenden Gaffern verursachte Staus und erleichtern die Arbeit für Rettungskräfte und Polizei. Die Polizei kann sie anfordern und die Autobahnmeisterei Hannover stellt sie auf.

Sichtschutz auf Probe

Wer die Unfallstelle filmt, macht sich strafbar. (Symbolbild)
Wer die Unfallstelle filmt, macht sich strafbar. (Symbolbild)  © dpa/Alexander Auer

In den ersten sechs Wochen des Pilotprojekts kamen die Sichtschutzzäune allerdings noch nicht zum Einsatz.

Die Polizei habe sie bisher noch nicht angefordert, teilte das niedersächsische Verkehrsministerium mit.

Die Sichtbarrieren sollen zunächst ein Jahr lang auf den Autobahnen erprobt werden.

Das betrifft die Abschnitte zwischen Bad Nenndorf und Hämelerwald sowie zwischen Schwarmstedt/Berkhof und dem Autobahndreieck Hannover-Süd.

Titelfoto: dpa/Alexander Auer

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0