Früheres deutsches Top-Talent vor Rückkehr in die Bundesliga?

Kopenhagen - Er ist der beste Spielmacher der dänischen Superligaen und soll nun vor einem Wechsel stehen: Hany Mukhtar (24) soll auch bei mehreren Bundesligisten auf dem Zettel stehen.

Hany Mukhtar verließ Hertha BSC im Winter 2015. Vermutlich kam der Wechsel zu Benfica Lissabon zu früh und war auch jugendlicher Ungeduld geschuldet.
Hany Mukhtar verließ Hertha BSC im Winter 2015. Vermutlich kam der Wechsel zu Benfica Lissabon zu früh und war auch jugendlicher Ungeduld geschuldet.  © DPA

Das berichtet das Online-Medium "fussballtransfers.com". Dem Bericht zufolge sollen sowohl der SV Werder Bremen, als auch der VfL Wolfsburg großes Interesse am gebürtigen Berliner haben.

Doch sie sollen nicht die einzigen sein, die den herausragenden Spielmacher beobachten: Auch der spanische Europa-League-Viertelfinalist FC Villareal und der italienische Traditionsverein FC Genua 1893 sollen am technisch versierten Mittelfeldmann dran sein, der darüber hinaus auch Scouts von belgischen und englischen Clubs nach Dänemark gezogen haben soll.

Das ist wenig verwunderlich, denn bei Bröndby IF Kopenhagen entwickelte sich das ehemalige Top-Talent von Hertha BSC zu einem großartigen Spieler, dem mittlerweile auch eine prägende Rolle in der 1. Bundesliga zuzutrauen ist, nachdem er durch einige Transfers, die sich später als Fehler herausgestellt haben, mehrere Jahre seiner Karriere nicht auf dem Niveau spielte, das sein Potenzial eigentlich hergeben würde.

In Dänemarks Hauptstadt schliff vor allem Ex-Coach Alexander Zorniger ihn von einem Rohdiamanten zu einem funkelnden Edelstein.

Das kann Hany Mukhtar

Hany Mukhtar (r.) im Einsatz für Bröndby IF Kopenhagen in den Europa-League-Play-offs 2016 gegen Panathinaikos Athen.
Hany Mukhtar (r.) im Einsatz für Bröndby IF Kopenhagen in den Europa-League-Play-offs 2016 gegen Panathinaikos Athen.  © DPA

Dort spielt Mukhtar seit knapp drei Jahren - und ist einfach zu gut für die Superligaen. In 115 Spielen traf er 26 Mal selbst und bereitete weitere 33 Tore direkt vor.

Doch nicht nur diese Quote macht ihn so gut. Er ist einer der Spieler, für den Fans reihenweise ins Stadion gehen.

Bei Bröndby leitet er nahezu jeden Angriff ein, ist ein feiner Techniker mit einer herausragenden Spielübersicht für den die Mannschaft immer im Vordergrund steht.

Außerdem ist er dribbelstark und setzt seine Fähigkeiten nie nur dazu ein, um den Gegner zu demütigen oder selbst besonders zu glänzen, sondern um die beste Lösung in der jeweiligen Situation für sein Team zu finden.

Denn der Spielgestalter gilt auch außerhalb des Platzes als extrem bodenständig. Als er noch bei Hertha spielte, schaute er sich regelmäßig die Partien der anderen Jugendmannschaften an und identifizierte sich vollständig mit dem Verein.

Auch bei Bröndby ist er ein absoluter Publikumsliebling, obwohl es in dieser Saison vergleichsweise durchwachsen bei ihm und der gesamten Mannschaft läuft: So kommt Mukhtar "nur" auf zwölf Torbeteiligungen in 32 Spielen. Eventuell ist er mindestens ein Jahr zu lange in Kopenhagen geblieben, wo er noch bis zum 30. Juni 2021 unter Vertrag steht. Denn seine Qualitäten schreien geradezu nach einer besseren Liga.

Gescheiterte Wechsel

Das Tor zum EM-Sieg 2014 von Deutschlands U19: Hany Mukhtar (Zweiter von rechts) setzt sich gegen Portugals Kapitän Tomás Podstawski (r.) und Keeper André Moreira (l.) durch und trifft nach Vorlage von Marc Stendera zum 1:0.
Das Tor zum EM-Sieg 2014 von Deutschlands U19: Hany Mukhtar (Zweiter von rechts) setzt sich gegen Portugals Kapitän Tomás Podstawski (r.) und Keeper André Moreira (l.) durch und trifft nach Vorlage von Marc Stendera zum 1:0.  © DPA

Aber Mukhtar weiß auch genau wie es ist, wenn man scheitert. Er entschied sich nämlich früh (Januar 2015) für den Schritt ins Ausland zum portugiesischen Spitzenverein Benfica Lissabon, wo er nicht zurechtkam und an RB Salzburg ausgeliehen wurde, wo er ebenfalls nur wenige Einsätze verzeichnen konnte.

Deshalb traf er die Entscheidung, nach Kopenhagen zu wechseln, wo er endlich zum unumstrittenen Leistungsträger aufstieg.

Vielleicht hätte er sich diesen langen Umweg ersparen können, wenn er zuvor einfach bei Hertha geblieben wäre. Dort überragte er in seinem Jahrgang alle. 2011/12 absolvierte Mukhtar in der B-Jugend 27 Spiele, traf 17 Mal und bereitete beeindruckende 19 Tore direkt vor.

Er war zusammen mit Torhüter Marius Gersbeck dafür verantwortlich, dass Hertha den Goldenen Jahrgang des VfB Stuttgart um Timo Werner, Joshua Kimmich und Timo Baumgartl im Meisterschaftsfinale 2012 mit 2:0 besiegte.

Spätestens von da an galt er als große Verheißung für die Zukunft, obwohl er körperlich noch lange nicht so weit war, um sich im Männerfußball durchsetzen zu können, was in seinen wenigen Einsätzen für die Bundesliga-Mannschaft auch immer wieder zu sehen war, wenn er sich trotz seines Eifers im Zweikampf nicht durchsetzen konnte.

Da er aber im Regionalliga-Team Herthas eine überragende Quote (21 Spiele, sieben Tore, zwölf Vorlagen) hatte, kam es zu besagtem Wechsel nach Portugal. Dorthin wechselte er übrigens auch deshalb, weil er die deutsche U19-Nationalmannschaft um Kapitän Niklas Stark, Julian Brandt, Davie Selke und Kimmich im Sommer 2014 zum Europameistertitel schoss - gegen Portugal...

Nun könnte er als gereifter Spielmacher in die Bundesliga zurückkommen. Es wäre der deutschen Eliteklasse zu wünschen.

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