"Es soll aussehen wie ein Gefängnis": Harry G regt sich über hässliche Bauten in München auf

München - Harry G, Münchens beliebtester Grantler, hat den Nagel mal wieder auf den Kopf getroffen. Oder viel eher: auf den Beton! In seinem neusten Video beschwert sich der Kabarettist mit Hut über den Münchner Neubau-Stil und findet dabei viel Zustimmung im Netz.

Markus Stoll, alias Harry G in seinem neusten Video über Bausünden.
Markus Stoll, alias Harry G in seinem neusten Video über Bausünden.

"Was bauen die in dieser Stadt für einen greislichen Scheiß zusammen?", fragt Harry G in seinem neusten Video auf Facebook.

Wo man in München hinschaut, wäre Neubauten schiere "Bausünden", sagt Harry und beschriebt die Siedlungen als "Betonghetto".

"Es soll aussehen wie ein modernes Gefängnis!", so stellt sich Harry G die Überlegungen eines Münchner Architekten vor: "Da moanst du stehst in Stadelheim!"

Wie könnte man einen solchen Stil nennen? Nach Renaissance und Jugendstil beschreibt der Kabarettist das Ganze als "Betonismus".

Natürlich gibt es in München Wohnungsnot, "aber deshalb muss man die Stadt ja nicht so verschandeln", sagt der Comedian.

Die Hauptsache: billig muss es sein. Nicht Wohnung natürlich, sondern die Qualität! "Betonwände, Kunststofffenster und Laminat! Und im Prospekt steht dann irgendwas von gehobener Ausstattung, bloß weil sie irgendwo einen Halogen-Spot verbaut haben!", meint Harry.

Das einzig gehobene daran - der Preis: "Im Osten wären das Plattenbauten für Sozialschwache, bei uns sind es "Luxusquartiere für Anwaltspärchen"", regt sich der Münchner auf.

Harry G gefällt der moderne Münchner Baustil nicht.
Harry G gefällt der moderne Münchner Baustil nicht.

"So anspruchslos ist man im Osten nun auch wieder nicht", meint eine Nutzerin in Bezug auf Harrys Ost-West Vergleich.

Die Kommentare zum Video auf Facebook überschlagen sich: Viele Bewohner Münchner stimmen dem Comedian zu und sehen sich von der Betonwut erschlagen.

"Was machen Architekten eigentlich heutzutage, was nicht jedes CAD-Programm alleine kann? Grundfläche eingeben, ausrechnen lassen, wie man da maximal viele Wohnungen reinklatscht. Design egal." kommentiert ein Nutzer die Debatte.

Einige Architekten unter den Zuschauern verteidigen die Betonflut: "Beton (Sichtbeton) ist sogar richtig teuer. Hat dann nichts mit billig zu tun. Aber ja: Klassische Fassaden mit Dekorationen, die außer der Optik keinen Zweck erfüllen kann und will keiner mehr bezahlen. Fliesst alles in dicke Dämmung und Haustechnik, die uns vorgeschrieben wird, um Energie einzusparen."

"Es liegt oftmals an der Stadt bzw. städtischen Unternehmen selbst, die auch Architektenwettbewerbe ausschreiben können und sich am Ende für die schlimmsten Entwürfe entscheiden. Siehe zb. Beton-Ghetto Riem", fügt ein weiterer Zuschauer hinzu.

Im Städtevergleich kommt München da noch gut weg findet dieser Nutzer: "dann guck dir mal Köln an 😂😂😂 die Stadt besteht nur aus diesen drecksbauten und hohe Mieten zahlst du hier auch für die grösste ranzbude. Kannst froh sein wenn ein Venyl Boden drin ist und du nicht noch selbst den Estrich giessen musst".

Der Baustil hat tatsächlich einen Harrys Vorschlag nicht ganz unähnlichen Namen: Brutalismus. Kein Scherz!

Brutalismus bezeichnet ein Architekturstil der Moderne, der ab 1950 Verbreitung fand und geprägt ist von der Verwendung von Sichtbeton, Material-Konstruktion, sowie der Gliederung der Gebäude. Der Begriff findet seinen Ursprung im französischen "béton brut", was "roher Beton" bedeutet. Ursprünglich ging es bei diesem Baustil darum ehrlich in Bezug auf Material und Konstruktion zu sein und den sozialen Aspekt von Architektur ethisch umzusetzen.

(Alle Fehler im Original.)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0