Kein Auto! Feuerwehr muss in den Ruhestand

Das Spritzenhaus von außen. Viel war hier auch in den letzten Jahren nicht los, um es mal milde auszudrücken.
Das Spritzenhaus von außen. Viel war hier auch in den letzten Jahren nicht los, um es mal milde auszudrücken.

Von Jan Berger

Hartha - Sachsens wohl traurigste Feuerwehr hängt den Helm an den Nagel. Dieser Tage beendeten zehn verbliebene Kameraden der Ortswehr Steina ihren aktiven Dienst und traten geschlossen in den Ruhestand über. Grund: Sie fühlten sich nicht mehr gebraucht.

Seit Jahren durften sie in Ermangelung eines Fahrzeuges keinen Einsatz mehr fahren.

Einen Fototermin zum Abschied lehnen die Floriansjünger ab. Harry Goldammer, Vize-Ortswehrleiter: „Wir durften über Jahre keine Helden sein, da müssen wir jetzt auch nicht mehr in die Zeitung.“

Zu ihrem letzten Einsatz 2009 hängten sie einen Traktor vor ihren Spritzenwagen - denn mit einem Feuerwehrauto wurden sie nie bedacht. Seither wurden sie - außer bei einem Fehlalarm - nie wieder alarmiert.

Die Entscheidung für das Aus trafen die Kameraden - fast alle über 50 - nicht nur wegen ihres Alters, sondern auch im Sinne des Steuerzahlers. Goldammer: „Unsere Uniformen sind verschlissen und es hätten jetzt neue gekauft werden müssen. Wenn wir nicht eingesetzt werden, ist das doch Verschwendung.“

Steina wurde vor 25 Jahren nach Hartha eingemeindet. Dessen Gemeindewehrleiter René Greif: „Ich bedaure den Entschluss, kann ihn aber nachvollziehen.“

Aber er kann die Kameraden nicht in den harten Kampf gegen den Brand schicken, wenn sie nicht ausgerüstet sind...

Fotos: Frank Schmidt, imago


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