Hartz-IV: Zu wenig Geld für Stromkosten in NRW

Düsseldorf/Berlin – Der Hartz-IV-Satz für das kommende Jahr enthält erneut zu wenig Geld für Stromkosten, wie die Berechnung eines Vergleichsportals ergab. In Nordrhein-Westfalen sei die Strompauschale im Schnitt um 24 Prozent zu niedrig angesetzt.

Eine Berechnung hat ergeben, dass der Hartz-IV-Satz im kommenden Jahr nicht die Stromkosten abdeckt.
Eine Berechnung hat ergeben, dass der Hartz-IV-Satz im kommenden Jahr nicht die Stromkosten abdeckt.  © Stefan Jaitner/dpa / Ralf Hirschberger/ZB/dpa

Bundesweit liege das Defizit bei 22 Prozent, gaben die Branchenkenner von Verivox bekannt. Das Vergleichsportal kritisiert, dass der fehlende Betrag zur Deckung der Stromkosten wachse.

Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 sei der Regelsatz um rund 27 Prozent gestiegen, die Strompreise hätten sich im gleichen Zeitraum durchschnittlich aber um 61 Prozent verteuert – in der Grundversorgung sogar um 78 Prozent.

Alleinlebenden Hartz-IV-Empfängern im bevölkerungsreichsten Bundesland fehlen im Schnitt 102 Euro pro Jahr. Bundesweit beläuft sich der Fehlbetrag auf 94 Euro.

Zum neuen Jahr soll der Regelsatz für einen alleinstehenden Erwachsenen um mindestens 7 Euro auf 439 Euro pro Monat steigen – es dürfte noch eine Erhöhung geben, wenn die jährliche Lohn- und Preisentwicklung berücksichtigt wird.

Von den 439 Euro seien 35,30 Euro zur Begleichung der Stromkosten vorgesehen, erklärte Verivox. Die Stromkosten eines Ein-Personen-Haushalts mit einem Verbrauch von 1500 Kilowattstunden beliefen sich im deutschen Schnitt aber auf 43,17 Euro im Monat.

Noch größer werde die Lücke, wenn Haushalte Strom aus der Grundversorgung bezögen statt eines günstigeren Tarifs, dann lägen die Kosten bundesweit im Schnitt bei monatlich 48,75 Euro und es fehlten im Jahr gut 161 Euro, in Nordrhein-Westfalen 155 Euro. Regional gebe es große Unterschiede.

Titelfoto: Stefan Jaitner/dpa / Ralf Hirschberger/ZB/dpa

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